Lukaschenko ruft Ukraine zu Verhandlungen auf – Kiew warnt vor Kriegsvorbereitungen
Lukaschenko ruft zu Verhandlungen auf – Kiew warnt

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat nach wachsenden Spannungen mit der Ukraine zu Verhandlungen aufgerufen. Bei einem Treffen mit dem Gouverneur des Moskauer Umlands, Andrej Worobjow, betonte er die friedliche Haltung seines Landes und warnte vor einer Eskalation. „Unsere Position ist friedliebend. Lasst uns verhandeln, Leute“, sagte Lukaschenko laut der staatlichen Nachrichtenagentur Belta.

Lukaschenko: Keine Angriffsabsichten gegen Ukraine

Lukaschenko versicherte, keine Angriffsabsichten zu haben. Er verwies darauf, dass auf der anderen Seite nur Einheiten der ukrainischen Territorialverteidigung stünden. „Werden wir etwa auf diese Maschinenschlosser, Melkerinnen und Arbeiter schießen, die gar nicht gegen die Belarussen kämpfen wollen? Auch wir wollen nicht gegen die Ukrainer kämpfen“, betonte der belarussische Staatschef. Er habe darüber auch mit Kremlchef Wladimir Putin gesprochen. Lukaschenko zeigte sich sogar bereit, die Grenze zu öffnen, damit Ukrainer im belarussischen Grenzgebiet nach Beeren und Pilzen suchen könnten.

Selenskyj: Belarus bereitet sich auf Krieg vor

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hingegen wiederholte seine Vorwürfe, dass Belarus Kriegsvorbereitungen treibe. „Entlang unserer Staatsgrenze zu Belarus werden Bauarbeiten für Straßen, Waffen- und Treibstoffdepots abgeschlossen, die keinen anderen als einen militärischen Zweck haben“, teilte Selenskyj in sozialen Netzwerken mit. Zur Untermauerung veröffentlichte er Karten und Satellitenfotos, die die Bautätigkeiten zeigen sollen. Selenskyj forderte Belarus zur Deeskalation und einen sofortigen Stopp der Bauarbeiten.

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Spannungen zwischen Minsk und Kiew wachsen

In den vergangenen Wochen sind die Spannungen zwischen Minsk und Kiew deutlich gestiegen. Die Ukraine warnte Belarus vor einer direkten Kriegsbeteiligung und sprach von Angriffsvorbereitungen. Bereits beim Überfall auf die Ukraine vor mehr als vier Jahren starteten Putins Truppen auch von belarussischem Gebiet aus ihre Angriffe. Lukaschenko, der engste Verbündete Putins, hat sich bislang nicht mit eigenen Truppen an den Kämpfen beteiligt. Medienberichten zufolge hat der Kreml zuletzt jedoch den Druck auf Minsk erhöht, auch weil die eigenen Truppen im Donbass-Gebiet kaum vorankommen.

Hintergrund: Lukaschenko zwischen Friedensappell und Kreml-Treue

Lukaschenko betonte, er habe kürzlich eine Delegation des ukrainischen Präsidenten empfangen und diesen davor gewarnt, Belarus in den Krieg hineinzuziehen. Seine Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, da die Sorge in Kiew wächst, dass Belarus direkt in den Krieg eintreten könnte. Die Ukraine hatte zuletzt mehrfach vor einer solchen Eskalation gewarnt. Ob Lukaschenkos Friedensappell ernst gemeint ist oder taktischen Manövern dient, bleibt unklar. Fest steht, dass Belarus weiterhin ein wichtiger militärischer Verbündeter Russlands ist.

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