Köln-Keeper Schwäbe hofft auf Klopp-Anruf und DFB-Chance
Köln-Keeper Schwäbe hofft auf Klopp-Anruf

Köln-Kapitän Marvin Schwäbe (31) hofft auf eine zweite Chance in der deutschen Nationalmannschaft – und auf einen Anruf von Bundestrainer Jürgen Klopp (59). Der Torhüter des 1. FC Köln spricht im großen BILD-Interview offen über seine Ambitionen, seine Rolle als Kapitän und seine ungewisse Zukunft beim FC.

Schwäbe bleibt Kapitän – trotz Torhüter-Debatte

Schwäbe wurde von Trainer Gerhard Struber gleich in der ersten Vorbereitungswoche als Kapitän bestätigt. „Nicht direkt überrascht“, sagt er dazu. „Ich freue mich einfach darüber, dass ich im letzten durchaus komplizierten Jahr scheinbar nicht ganz so viel verkehrt gemacht habe und er das Amt mit mir gut ausgefüllt sieht.“

Die Frage, ob ein Torwart überhaupt Kapitän sein kann, hält er für überholt: „Natürlich weiß ich, dass das immer wieder thematisiert wird. Aber dabei wird meistens vergessen, dass es bei einem Kapitän längst nicht nur um das Verhalten und die Möglichkeiten auf dem Platz geht. Da sind alle Führungsspieler gefragt.“ Für Schwäbe zählt vor allem die Präsenz in der Kabine und rund um die Mannschaft.

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Emotionen beim FC: „Einiges emotionaler als anderswo“

Der 31-Jährige, der zu den dienstältesten Köln-Profis zählt, sieht die besondere Rolle des Kapitäns beim FC durchaus als Herausforderung: „Mir persönlich fehlt natürlich der Vergleich. Aber klar, beim FC und in der Stadt ist sicher einiges emotionaler als anderswo. Das macht es am Ende ja aber auch aus. Man gewöhnt sich mit der Zeit daran, dass hier vielleicht ein paar mehr Themen auf den Tisch kommen.“

Das Amt mache ihn nach wie vor stolz: „Am Anfang hatte ich schon Respekt vor der neuen Verantwortung. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt. Es geht darum, nach außen hin und intern zu zeigen, dass man da ist – für den Verein, für die Mannschaft, für die Fans. Man ist eine Identifikationsfigur. Das will man als Sportler.“

Zukunft beim FC: Vertrag bis 2027 – aber offen

Schwäbes Vertrag in Köln läuft noch bis 2027. Dennoch schließt er einen vorzeitigen Abschied nicht aus. Auf die Frage, ob er zu 100 Prozent beim FC bleibe, antwortet er: „Das ist aktuell kein Thema, mit dem ich mich beschäftige. Mein Fokus liegt gerade nur auf der Vorbereitung.“ Gespräche über eine vorzeitige Verlängerung habe es bislang nicht gegeben. „Aber für mich zählt aktuell auch nur, dass ich meine Leistung bringe und alles andere kommt dann.“

Auch ein Karriereende in Köln sei denkbar, aber nicht sicher: „Im Fußball ist alles möglich. Ich habe nie einen Hehl draus gemacht, dass wir uns als Familie am Standort Köln wohlfühlen. ... In den letzten drei, vier Jahren ist auch viel passiert. Wenn man nach dem Abstieg plötzlich Nummer 2 ist, dann zeigt das, dass man es nicht immer nur in der eigenen Hand hat. So hart es klingt, muss man im Fußball flexibel bleiben.“

Nationalmannschaft: Hoffnung auf Klopps Anruf

Unter Ex-Bundestrainer Hansi Flick (61, FC Barcelona) gehörte Schwäbe zum erweiterten Kreis der Nationalmannschaft. Nun hofft er unter Jürgen Klopp auf eine neue Chance: „Ich habe nur einen Klopp-Satz im Hinterkopf. Er sagte bei seiner Vorstellung: Alle Spieler mit deutschem Pass sollten sich ranhalten. Heißt: Ich halte mich ran! (Lacht) Natürlich ist das weiterhin ein Traum, gerade wenn man schon mal auf Abruf war. Das ist jetzt zwei Trainer her. Am Ende zählt aber auch da nur Leistung.“

Schwäbe ist sich bewusst, dass er mit 31 Jahren in einem entscheidenden Karriereabschnitt steht: „Ich hoffe, dass ich in sechs bis acht Jahren irgendwann nach hinten blicken und sagen kann, ich habe das Maximum rausgeholt aus meiner Karriere. Deswegen wünsche ich mir natürlich, dass wir in Zukunft so hoch wie möglich spielen und so ambitioniert wie möglich zu Werke gehen.“

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