CSD-Anschlag in Berlin: Polnische Staatsanwaltschaft ermittelt nach Tod einer Polin
CSD-Anschlag Berlin: Polen ermittelt nach Tod einer Polin

Beim Anschlag am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin am vergangenen Sonnabend wurde eine 65-jährige Polin getötet. Ihre Tochter erlitt Verletzungen. Der mutmaßliche Täter, ein 37-jähriger Deutscher, wurde noch am Tatort von der Polizei erschossen. Nun ermittelt auch die polnische Staatsanwaltschaft, da es sich bei dem Opfer um eine polnische Staatsbürgerin handelt.

Hintergründe der Tat

Nach Angaben der Berliner Polizei ereignete sich die Tat gegen 17:30 Uhr auf dem Gelände der CSD-Feierlichkeiten im Stadtteil Schöneberg. Der Angreifer soll mit einem Messer auf die beiden Frauen eingestochen haben. Die Hintergründe sind noch unklar. Eine politische oder homophobe Motivation wird derzeit nicht ausgeschlossen, da der CSD eine Veranstaltung der LGBTQ+-Gemeinschaft ist. Die Polizei hat Spezialkräfte des Landeskriminalamts eingeschaltet, die gemeinsam mit dem polnischen Justizministerium die Fakten sammeln.

Laut ersten Ermittlungen war das spätere Opfer gemeinsam mit ihrer 38-jährigen Tochter aus Warschau zu Besuch in Berlin. Sie nahmen am CSD-Umzug teil, als der Angreifer sie plötzlich attackierte. Die Tochter überlebte schwer verletzt und wird in einem Berliner Krankenhaus behandelt. Ihr Zustand sei stabil, so die Klinik. Die polnische Botschaft in Berlin wurde umgehend informiert und steht in Kontakt mit den Behörden.

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Internationale Zusammenarbeit

Die polnische Staatsanwaltschaft hat ein separates Ermittlungsverfahren eingeleitet, wie der Sprecher der Warschauer Staatsanwaltschaft, Krzysztof P., am Montag mitteilte. „Wir werden alle verfügbaren Informationen sammeln und prüfen, ob es Verbindungen zu polnischen Bürgern oder Organisationen gibt“, sagte er. Die Berliner Staatsanwaltschaft arbeitet bereits mit den polnischen Kollegen zusammen. Ein Rechtshilfeersuchen wurde gestellt, um Beweise auszutauschen.

Der Tod des mutmaßlichen Täters erschwert die Ermittlungen. Ob er allein handelte oder Teil eines Netzwerks war, ist Gegenstand der Untersuchungen. Die Polizei durchsuchte seine Wohnung in Berlin-Neukölln und sicherte Datenträger und Aufzeichnungen. Nachbarn beschrieben ihn als zurückgezogenen Einzelgänger. Eine psychiatrische Begutachtung des Täters kann nicht mehr erfolgen.

Reaktionen und Folgen

Der Anschlag sorgt in beiden Ländern für Bestürzung. Der polnische Ministerpräsident sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus und betonte die Bedeutung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen. Der Berliner Innensenator kündigte eine verstärkte Polizeipräsenz bei künftigen Großveranstaltungen an. Die CSD-Organisatoren zeigten sich erschüttert und riefen zu Solidarität auf. Eine Gedenkveranstaltung ist für den kommenden Freitag geplant.

Die polnische Botschaft erklärte, man werde die Familie des Opfers rechtlich und konsularisch unterstützen. Die genaue Zahl der Teilnehmer des CSD in diesem Jahr wurde nicht offiziell genannt, aber es waren Zehntausende. Der Anschlag könnte die Sicherheitsdebatte um öffentliche Veranstaltungen neu entfachen. Die Ermittlungen dauern an.

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