Jürgen Klopp ist dem Amt des Bundestrainers einen großen Schritt näher gekommen. Der 58-Jährige hat eine Einigung mit seinem bisherigen Arbeitgeber Red Bull erzielt, die den Weg für eine Verpflichtung durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) freimacht. „Ich habe eine Einigung und eine Regelung mit Red Bull gefunden, eine sehr, sehr großzügige Regelung, wenn man so will“, sagte Klopp bei MagentaTV kurz vor dem Anpfiff des WM-Endspiels in East Rutherford. Damit ist das letzte große Hindernis aus dem Weg geräumt.
Vertrag mit Red Bull aufgelöst
Klopps Vertrag als weltweiter Fußball-Chef bei Red Bull, der bis 2029 datiert war, hat offenbar keine Gültigkeit mehr. Details zu den Gesprächen mit Red-Bull-Chef Oliver Mintzlaff nannte Klopp nicht, doch die Einigung ermöglicht ihm den Wechsel zum DFB. „Es ist nichts final und das ist nun mal so. Es ist ja so, die Gespräche liefen und alles geht in die richtige Richtung“, sagte Klopp. Er verwies jedoch auf noch ausstehende Gespräche mit dem DFB. „Es sollte dann in den nächsten Tagen passieren, im Idealfall“, so Klopp.
Vorstellung bereits am Freitag möglich
Nach Informationen aus Verbandskreisen soll Klopp möglichst in der kommenden Woche als neuer Bundestrainer vorgestellt werden, sobald die letzten Vertragsdetails geklärt sind. Eine Vorstellung bereits am Freitag gilt als wahrscheinlich. Klopp monierte, dass in den vergangenen Tagen zu viele Details durchgesickert seien und nicht alle Berichte korrekt gewesen seien. Er betonte, dass noch „viele Gespräche“ geführt werden müssten.
Nachfolger von Julian Nagelsmann
Klopp soll beim DFB die Nachfolge von Julian Nagelsmann antreten, der nach dem frühen WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft in Amerika den Posten zwei Jahre vor Auslaufen seines Vertrages räumen musste. Bereits bei einem Gipfeltreffen von DFB-Präsident Bernd Neuendorf und DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke in New York mit Klopp hatten sich beide Parteien auf „wesentliche Eckpunkte eines potenziellen Vertrages“ verständigt. Damals hieß es in einer Mitteilung des Verbandes: „Beide Seiten sind zuversichtlich, dass die Verhandlungen – vorbehaltlich einer Einigung mit Klopps derzeitigem Arbeitgeber Red Bull – letztlich erfolgreich abgeschlossen werden können.“
Dreiecksverhandlungen erfolgreich abgeschlossen
In der Folge gab es auch ein Treffen der DFB-Spitze mit Red-Bull-Boss Oliver Mintzlaff in München. Dieser Themenkomplex ist nun gelöst. Klopp war seit Januar 2025 als „Head of Global Soccer“ für Red Bull tätig. Bei der Weltmeisterschaft in Amerika ist er als Experte für MagentaTV im Einsatz. Der Job des Nationaltrainers ist Neuland für ihn.
Klopps beeindruckende Karriere
Klopp führte den FSV Mainz 05 in die Bundesliga (2004). Mit Borussia Dortmund wurde er zweimal deutscher Meister (2011, 2012) und einmal DFB-Pokalsieger (2012). 2015 wechselte er nach England und übernahm den FC Liverpool. Auch die Reds führte er als Chefcoach zum Meistertitel (2020) und Pokalsieg (2022). Der größte Triumph gelang ihm 2019 mit dem Gewinn der Champions League, dem sportlich bedeutendsten Titel im Club-Fußball.



