Klopp vor Bundestrainer-Job: Kimmich-Rückkehr ins Mittelfeld als Schlüsselentscheidung
Klopp vor Bundestrainer-Job: Kimmich-Rückkehr ins Mittelfeld

Jürgen Klopp steht unmittelbar vor der Unterschrift als neuer Bundestrainer. Während die letzten Details des Vertrags bis zur WM 2030 ausgearbeitet werden, zeichnen sich bereits die ersten großen Personalentscheidungen ab. Die wohl wichtigste: Joshua Kimmich soll vom rechten Außenverteidiger zurück ins defensive Mittelfeld rücken.

Vertragsdetails und Zeitplan

Berater, Juristen und Funktionäre arbeiten unter Hochdruck an einem Vertrag, der Klopp bis zur Weltmeisterschaft 2030 binden soll. „Wir sind nicht weit davon entfernt, etwas verkünden zu können. Das sollte in den nächsten Tagen passieren“, bestätigte der 59-Jährige noch während seiner Zeit als WM-Experte in Amerika. Die offizielle Präsentation als Bundestrainer wird spätestens am Freitag erwartet.

Klopp hatte zuvor ein Selfie mit weißer Beauty-Maske auf Social Media gepostet und geschrieben: „Now time to recharge.“ Doch statt einer Verschnaufpause folgte der endgültige Switch vom WM-Experten zum designierten DFB-Chefcoach.

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Kimmich als Königspersonalie

Die Entscheidung von Julian Nagelsmann, Joshua Kimmich als rechten Außenverteidiger einzusetzen, gilt vielen als Kardinalfehler der WM 2026. Klopp, bekennender Verfechter des Dominanzfußballs, will sein Team von den Stärken her denken. Eine Rückverschiebung des Kapitäns in die Zentrale ist daher ein erwartbares Signal. Kimmich selbst denkt nicht an Rücktritt.

Doch damit entsteht hinten rechts eine Lücke. Ridle Baku und Josha Vagnoman erwiesen sich als zu leicht. Nathaniel Brown von links nach rechts zu verschieben, wäre Flickschusterei. Vielleicht schafft Benjamin Henrichs von RB Leipzig ein DFB-Comeback. „Vielleicht“ ist jedoch ein Wort, das Klopp beim Neuaufbau nicht überstrapazieren sollte. Eine Umstellung auf eine Dreierkette gilt als unwahrscheinlich, da sie nicht zu Klopps bisheriger Trainerphilosophie passt.

Torwartfrage als nächste Herausforderung

Manuel Neuer hat seine einzigartige DFB-Karriere beendet und postet Urlaubsbilder. Seit 2010 gab es bei neun Turnieren keine andere deutsche Nummer eins. Klopp muss eine strategische Entscheidung treffen: Neuanfang mit Jonas Urbig (22), Neuers designiertem Torwart-Erben beim FC Bayern, der bei der WM als Trainingsschlussmann dabei war, aber in der kommenden Saison nur Backup ist? Oder Routine mit Oliver Baumann (36), dem für seine Langmut Sympathien zuflogen? Oder kehrt Marc-André ter Stegen (34) zurück, der große deutsche Torwart-Pechvogel? „Eine Challenge für Klopp, eine Entscheidung zu treffen“, sagte Lothar Matthäus bei RTL/Sky.

Grundniveau des deutschen Fußballs

Die überbordende Frage ist die nach dem Grundniveau des deutschen Fußballs. Viele neue Impulse wird Klopp kaum setzen können, abgesehen von Talenten wie Lennart Karl oder Said El Mala. „Es wird nicht nur mit jungen Spielern klappen. Wir brauchen Erfahrung, wir brauchen Führungsqualität“, betonte Rekordnationalspieler Matthäus.

Böse Kommentare gingen dahin, dass kein Jamal Musiala, Florian Wirtz oder Kai Havertz bei den Topteams aus Spanien und Frankreich in der Startelf stünde. Zu Argentiniens Fußball-Kneipenschlägern könnte vielleicht David Raum passen – aber auch nur optisch mit seinen Tattoos. Der Leipziger ist ein grundanständiger Kerl.

Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann hatte die aktuelle Generation als „zu weich“ bezeichnet. Klopp kann klare Ansprache. Sein Energielevel ist hoch. Beim FC Liverpool hatte er mit Powerfußball Erfolg. Auf seine Motivationskünste wird es ankommen, denn als Bundestrainer hat er weniger Trainingseinheiten als im Vereinsfußball.

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