Der designierte Bundestrainer Jürgen Klopp steht vor einem grundlegenden Umbau der deutschen Nationalmannschaft. Nach dem enttäuschenden WM-Aus 2026 in den USA zeichnet sich ein Generationenwechsel ab. Welche Profis, die in den USA noch fehlten, könnten für ihn wichtig werden? Vier Baustellen im Überblick.
Torhüter: Neuer-Nachfolge bleibt ungeklärt
Die Torhüterposition war bei der WM eine der Schwachstellen. Manuel Neuer ist nach seinem Rücktritt nicht mehr dabei; Marc-André ter Stegen zeigte schwankende Leistungen. Als mögliche Nachfolger gelten Alexander Nübel (FC Bayern) und Gregor Kobel (Borussia Dortmund). Nübel überzeugte zuletzt bei der Leihe nach Stuttgart und könnte die neue Nummer eins werden. Laut DFB-Kreisen wird Klopp auf einen jungen, mitspielenden Torwart setzen.
Abwehr: Führungsspieler gesucht
In der Defensive fehlte bei der WM die Abstimmung. Antonio Rüdiger ist gesetzt, aber ein Nebenmann muss gefunden werden. Nico Schlotterbeck (BVB) und Jonathan Tah (Leverkusen) haben Chancen, auch der aufstrebende Malick Thiaw (AC Mailand) wird beobachtet. Auf den Außenpositionen könnten Joshua Kimmich wieder ins Mittelfeld rücken und David Raum (RB Leipzig) links verteidigen. „Wir brauchen eine Abwehr, die kompakt steht und von hinten heraus das Spiel aufbaut“, sagte ein DFB-Scout.
Mittelfeld: Kreativität und Stabilität
Das Mittelfeld war gegen schnelle Gegner oft überlaufen. Ilkay Gündogan ist zurückgetreten, Toni Kroos beendete seine Karriere. Als neue Achse gelten Jamal Musiala (FC Bayern) und Florian Wirtz (Bayer Leverkusen), die für Kreativität sorgen sollen. Für die defensive Stabilität könnte Angelo Stiller (VfB Stuttgart) oder Robert Andrich (Leverkusen) berufen werden. „Klopp wird ein Mittelfeld formen, das sowohl Pressing als auch Ballbesitz beherrscht“, analysierte Experte Lothar Matthäus.
Angriff: Torjäger gesucht
Im Sturm fehlte ein verlässlicher Torjäger. Niclas Füllkrug ist gesetzt, aber braucht Unterstützung. Tim Kleindienst (Heidenheim) und Youssoufa Moukoko (BVB) könnten Chancen erhalten. Auch der Deutsch-Türke Kenan Yıldız (Juventus Turin) wird als Option gehandelt. „Wir müssen im Abschluss effizienter werden“, forderte DFB-Sportdirektor Rudi Völler. Die Statistik zeigt: Bei der WM erzielte Deutschland nur drei Tore in vier Spielen.
Klopp übernimmt voraussichtlich nach der WM und hat bis zur EM 2028 Zeit, eine konkurrenzfähige Mannschaft zu formen. Der Umbruch ist unvermeidlich – die Frage ist, wie schnell die neuen Spieler auf internationalem Niveau ankommen.



