USA und Iran: Dialogbereitschaft trotz gegenseitiger Angriffe
USA und Iran: Dialogbereitschaft trotz Angriffen

Nach den jüngsten militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran halten beide Seiten an der Suche nach einer diplomatischen Lösung fest. Ein US-Regierungsbeamter erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Die Vereinigten Staaten setzen sich weiterhin für eine Lösung ein, und die technischen Gespräche laufen weiter.“ Auch die iranische Seite signalisierte Gesprächsbereitschaft, wie die dpa aus pakistanischen Sicherheitskreisen erfuhr. Demnach bat Teheran den Vermittlerstaat Pakistan, den USA den eigenen Verhandlungswillen zu übermitteln.

Militärische Eskalation und regionale Auswirkungen

In den vergangenen Tagen hatte das US-Militär mehrere Angriffswellen gegen Ziele im Iran geflogen. Zur Begründung hieß es, der Iran sei für Attacken auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus verantwortlich. Der Iran reagierte mit eigenen Angriffen, bei denen auch Kuwait, Bahrain und Jordanien – Länder mit wichtigen US-Militärbasen – unter Beschuss gerieten. Die Eskalation überschattete das Staatsbegräbnis des früheren iranischen Staatsoberhauptes Ajatollah Ali Chamenei, der mehr als vier Monate nach seiner Tötung unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Imam-Resa-Schrein in Maschhad beigesetzt wurde.

Pakistans Vermittlungsrolle

In den Kontakten zwischen Pakistan und dem Iran kam es nach Angaben aus pakistanischen Sicherheitskreisen zu einem längeren Gespräch zwischen Irans Außenminister Abbas Araghtschi und Pakistans Militärchef Asim Munir. Islamabad habe deutlich gemacht, dass weitere Angriffe der iranischen Revolutionsgarden auf arabische Länder eine Eskalation provozieren könnten. Ein pakistanischer Beamter soll den iranischen Unterhändlern gesagt haben: „Wenn Länder wie Saudi-Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate anfangen, gegen den Iran zurückzuschlagen, wird sich dieser Krieg in seiner Form völlig ändern.“ Die iranische Seite habe jedoch Unsicherheit darüber erkennen lassen, wie sich Hardliner-Fraktionen im Land künftig verhalten würden.

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Ungewisse Zukunft der Verhandlungen

Kurzfristig zeigten sich die pakistanischen Vermittler zuversichtlich, den Frieden wahren zu können. Ob weitere für das Wochenende geplante Verhandlungen stattfinden, sei jedoch unsicher. US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran zuletzt mit noch heftigeren Angriffen gedroht, falls die Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus nicht aufhörten. Am Rande des Nato-Gipfels stellte er die Waffenruhe infrage und äußerte Zweifel an einer Fortsetzung der Gespräche: „Ich denke, es ist vorbei“, sagte er.

Rückgang der Schifffahrt in der Straße von Hormus

Die Straße von Hormus hat sich für den Iran als starkes Druckmittel erwiesen. Die Wiedereröffnung der Meerenge ist ein zentraler Bestandteil des Rahmenabkommens. Mit der Eskalation ist die Schifffahrt eingebrochen: Am Donnerstag passierten nur 22 Schiffe die Meerenge, wie Daten des Anbieters Kpler zeigen, die der dpa vorliegen. Am Mittwoch waren es noch 30, eine Woche zuvor – vor Ausbruch der Kämpfe – 48. Die Durchfahrten befinden sich auf einem Abwärtstrend seit ihrem Höchststand Mitte Juni.

Israel warnt vor angeblichem Mordkomplott

Laut Berichten des „Wall Street Journal“ und CNN hat Israel die US-Regierung vor iranischen Plänen zur Ermordung von Präsident Trump gewarnt. Die Führung in Teheran habe den Plan erst kürzlich ausgearbeitet. Ein US-Regierungsbeamter sagte CNN, die Warnung aus Israel sei neu und habe sich auf einen konkreten Anschlagsplan bezogen. Andere US-Vertreter vermuteten, Israel wolle mit der Warnung Trumps Kurs im Iran-Konflikt beeinflussen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte zuletzt einen härteren Kurs gegenüber Teheran gefordert und war darüber mit Trump aneinandergeraten. Trump selbst sagte: „Ich bin die Nummer eins auf der Todesliste des Irans.“

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