Kolumbien hat durch einen Treffer von Daniel Muñoz den vorzeitigen Einzug in die K.-o.-Runde der Fußball-Weltmeisterschaft perfekt gemacht. Der Rechtsverteidiger erzielte beim 1:0 (0:0) gegen die Demokratische Republik Kongo in der 76. Minute den entscheidenden Treffer und bescherte seiner Mannschaft den zweiten Sieg im zweiten Gruppenspiel. Zuvor war Kolumbien an Kongos überragendem Torwart Lionel Mpasi fast verzweifelt.
Muñoz erlöst Kolumbien nach hartem Kampf
Bereits in der Anfangsphase zeigte sich Kolumbien dominant. In der 4. Minute vergab Muñoz eine Großchance, nur zwei Minuten später landete sein Kopfball im Tor – der Treffer wurde jedoch wegen Abseits nicht anerkannt. James Rodríguez scheiterte mit einem satten Fernschuss an Mpasi (11.). Mit seinem zehnten WM-Spiel wurde Rodríguez zum kolumbianischen Rekordspieler, gleichauf mit Freddy Rincón und Carlos Valderrama. Kongos Torhüter Mpasi vereitelte auch die Topchance von Luis Díaz (16.).
Mpasi hält Kongo lange im Spiel
Mit zunehmender Spieldauer stand Kongo kompakter, und Mpasi war weiterhin der Rückhalt. In der 50. Minute zeigte er eine phänomenale Fußabwehr gegen Díaz, der bei Ballannahme und Abschluss alles richtig gemacht hatte. Doch beim Linksschuss von Muñoz in der 76. Minute war auch der kongolesische Schlussmann geschlagen. Díaz wurden zudem zwei Treffer wegen Foulspiels und Abseits aberkannt.
Kolumbien vorzeitig im Sechzehntelfinale
Mit sechs Punkten steht Kolumbiens Teilnahme am Sechzehntelfinale bereits fest. Die „Cafeteros“ können im Topspiel am kommenden Sonntag (1.30 Uhr MESZ) in Miami gegen Portugal schon mit einem Remis den Gruppensieg sichern. Kongo hat mit einem Punkt noch Chancen aufs Weiterkommen. Das zentralafrikanische Team trifft zum Gruppenabschluss in Atlanta auf das noch punktlose Usbekistan. Kongo hatte im ersten Gruppenspiel beim 1:1 gegen Titel-Mitfavorit Portugal überrascht und seinen ersten WM-Punkt geholt.
Besonderer Fan im Stadion
Die WM-Vorbereitung der Kongolesen war stark durch den Ebola-Ausbruch in der Heimat geprägt. Aufgrund strikter Einreisebeschränkungen haben die meisten kongolesischen Fans kaum Möglichkeiten, die Spiele live im Stadion zu erleben. Eine Ausnahme war Michel Kuka Mboladinga, der als lebende Statue auffiel. Er stand während des Spiels regungslos auf einem kleinen Podest, den rechten Arm erhoben, gekleidet in den Farben der Flagge der Demokratischen Republik Kongo. Seine Pose war der Lumumba-Statue nachempfunden, die in Kongos Hauptstadt Kinshasa steht und eine Hommage an den 1961 ermordeten Präsidenten Patrice Lumumba ist.



