Seit knapp zwei Wochen ist Mauro Lustrinelli (50) als neuer Trainer von Union Berlin im Amt. In dieser Zeit haben die Eisernen bereits vier Testspiele absolviert, und bis zum Ende der Vorbereitung werden es mindestens zehn sein – fast zwei pro Woche. Das Problem: Dieses umfangreiche Programm wurde lange vor Lustrinellis Amtsantritt festgelegt. Schon nach seinem ersten Training erklärte er: „Die habe ich übernommen. Das ist auch interessant.“
Wenig Zeit für die Philosophie
Lustrinelli soll den Union-Fußball revolutionieren, doch die Zeit, um den Spielern seine Ideen zu vermitteln, ist knapp. Neben den neun bereits vereinbarten Testspielen waren zwei weitere im Trainingslager in Österreich geplant. Wahrscheinlich werden die Eisernen jedoch umplanen und es auf ein Spiel reduzieren. Nach der Partie in Jena machte der Schweizer deutlich, wie unzufrieden er mit dem Programm ist: „Wir sind nicht zufrieden mit dieser Planung. Aber wir können es nicht ändern. Wir wollen das Beste herausholen. Unsere Spieler sind Helden, bei dem, was sie diese zwei Wochen geleistet haben. Wir haben mehr Spiele als Trainings gemacht.“
Erfolgserlebnis fehlt
Trotz des hohen Spielpensums bleibt der Erfolg aus. Nach einem 1:1-Unentschieden in Chemnitz am Donnerstag kassierte Union gegen Regionalligist Jena am Sonntag eine 0:2-Niederlage. Besonders in der ersten Halbzeit hatten die Köpenicker wenig Chancen. Mit frischen U19-Spielern in der zweiten Hälfte besserte sich das Bild etwas. Bereits in Chemnitz hatte Lustrinelli den Kader mit Nachwuchsspielern aufgefüllt, um einigen Profis eine Pause zu gönnen. Der zuletzt erfolgreiche Torschütze Marin Ljubicic (24) reiste beispielsweise nicht mit nach Jena.
Kein Vorwurf an die Mannschaft
Einen Vorwurf macht Lustrinelli seiner Mannschaft nach der Jena-Pleite nicht: „Die Spieler haben versucht, alles auf den Platz zu bringen, was ich ihnen gesagt habe. Aber momentan sind wir zu solchen Belastungen nicht fähig.“ Der Testspiel-Stress geht direkt weiter: Am Freitag reisen die Eisernen für zwei weitere Tests in die Schweiz. Zuerst nach Winterthur (Freitag, 19 Uhr) und am Samstag gegen Aarau (16 Uhr). Mit Blick auf die Trainingseinheiten davor kündigte Lustrinelli an: „Nächste Woche gibt es die nötige Belastungssteuerung, damit wir zwei Testspiele auf einem gewissen Niveau abliefern können.“
Blick nach vorne
Die Spiele in Chemnitz und Jena beunruhigen den neuen Trainer noch nicht. Nach den beiden Schweiz-Spielen ist eine Pause für die Mannschaft geplant. Der Tessiner kündigt an: „Dann wird die richtige Vorbereitung starten.“



