Felix Magath (72) hat nach der Weltmeisterschaft gegen Thomas Tuchel (52) ausgeteilt. Im „Doppelpass“ auf Sport1 kritisierte der frühere Meistertrainer vor allem Tuchels Arbeit im Halbfinale gegen Argentinien – und fand dabei drastische Worte.
Magath: „Sowas von miserabel“
Schon zu Beginn seiner Analyse machte Magath deutlich, was er von Tuchels Trainerstil hält: „Thomas Tuchel gehört zu der Generation Trainer, die halt selbst ein Spiel gewinnen wollen. Die wollen nicht die Spieler gewinnen lassen, sondern die Trainer sollen das Spiel gewinnen, und dementsprechend coacht er. Insofern bin ich nicht unbedingt sein Freund.“ Zwar betonte Magath anschließend, dass Tuchel unter dem Strich eine erfolgreiche WM gespielt habe und die heftige Kritik aus England überzogen sei. Eine Szene aus dem Halbfinale ließ ihn aber nicht los.
Beim 1:1-Ausgleich Argentiniens nach einer Ecke konnte Enzo Fernández aus rund 20 Metern völlig frei abschließen. Für Magath ein eklatanter taktischer Fehler: „Das war für mich sowas von falsch, sowas von schlecht, sowas von miserabel. So eine schlimme Situation, dass kein Mensch diesen Raum kontrolliert. Da würde ich jeden Trainer rausschmeißen, wenn ich irgendwo Verantwortung hätte. Da hätte ich einen Herzanfall gekriegt, da draußen.“
„War noch nicht der Fall“: HIER beweist Tuchel seine England-Tauglichkeit
Ganz allein stand Magath mit seiner Kritik allerdings nicht da. Stefan Effenberg verwies auf die Eigenverantwortung der Spieler, Steffen Freund meinte: „Das ist zu einfach, Thomas Tuchel nur die Schuld zu geben.“
Magath hält die Diskussion um Tuchel dennoch insgesamt für überzogen. Gerade der Auftritt Englands beim turbulenten 6:4 gegen Frankreich im Spiel um Platz drei habe gezeigt, dass der England-Trainer vieles richtig gemacht habe. Magath: „Ich weiß immer noch nicht, was es an Tuchel zu diskutieren gibt. Die sollen froh sein, dass sie endlich mal einen Deutschen hatten.“



