Roberto Mancini ist zurück als Trainer der italienischen Fußball-Nationalmannschaft – und beginnt seine zweite Amtszeit mit einer außergewöhnlichen Geste: einer öffentlichen Entschuldigung bei allen Fans. Bei seinem ersten Auftritt in Rom sagte der 61-Jährige: „Es tut mir sehr leid. Das Trikot der Nationalmannschaft ist ein bisschen wie die Frau des Lebens: Wenn man es verliert, hat man etwas falsch gemacht.“
Mancinis Rückkehr und Entschuldigung
Der Europameister-Trainer von 2021 sprach gleich zu Beginn seiner Pressekonferenz an der Seite von Verbandspräsident Giovanni Malagò seinen umstrittenen Abschied nach Saudi-Arabien im Jahr 2023 an. „Es gab damals einen Mangel an Kommunikation zwischen mir und Gabriele Gravina, dem damaligen Präsidenten. Hätten wir miteinander gesprochen, wäre alles anders gekommen. So ist es nun einmal gelaufen. Es tut mir sehr leid“, erklärte Mancini. Er versprach: „Ich werde versuchen, die Nationalmannschaft so gut spielen zu lassen, dass mir die Fans verzeihen.“
Die Krise des italienischen Fußballs
Italien, viermaliger Weltmeister, steckt seit Jahren in einer tiefen Krise. Im Frühjahr 2026 verpasste die Squadra Azzurra zum dritten Mal in Folge die Qualifikation für eine Weltmeisterschaft – diesmal scheiterte man unter Gennaro Gattuso in einem Entscheidungsspiel gegen Bosnien-Herzegowina. Gattuso trat daraufhin Anfang April zurück, und die Suche nach einem Nachfolger entwickelte sich zum Chaos. Einziger Titel der jüngeren Vergangenheit bleibt der Gewinn der Europameisterschaft 2021 – ausgerechnet mit Mancini als Trainer. Dessen überraschender Wechsel nach Saudi-Arabien zwei Jahre später brachte ihm enorme Kritik ein, da er einen Vierjahresvertrag für rund 25 Millionen Euro pro Saison unterschrieben haben soll.
Nach nur etwas mehr als einem Jahr in Saudi-Arabien wechselte Mancini weiter nach Katar zu Al-Sadd, mutmaßlich ebenfalls gegen ein hohes Gehalt. Nun kehrt er zurück, um die italienische Nationalmannschaft wieder aufzubauen. Als neuen Technischen Direktor hat er eine weitere italienische Trainergröße an seiner Seite: Claudio Ranieri, zuletzt bei der AS Rom.
Mancinis Karriere als Spieler und Trainer
Als Spieler stand Mancini in den 1980er- und 1990er-Jahren für Sampdoria Genua auf dem Platz, mit dem er viermal den italienischen Pokal und einmal die Meisterschaft gewann. Später spielte er für Lazio Rom und Leicester City. Als Vereinstrainer feierte er Meisterschaften mit Inter Mailand und Manchester City. Von 2018 bis 2023 war er bereits Nationaltrainer Italiens; der Höhepunkt war der EM-Titel 2021 im Elfmeterschießen gegen England.
Ausblick auf die kommenden Spiele
Die nächsten Aufgaben für Italien stehen Ende September in der Nations League an: zunächst gegen Belgien, dann gegen die Türkei und schließlich gegen Frankreich. Mancini hofft, mit guten Leistungen das Vertrauen der Fans zurückzugewinnen und die Mannschaft wieder zu alter Stärke zu führen.



