Nach dem blamablen WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay im Sechzehntelfinale hat Lothar Matthäus (65) pikante Details aus dem Mannschaftsquartier enthüllt. Der Rekordnationalspieler spricht in der BILD-Sendung „Lothar legt los“ von einem riesigen Zoff hinter den Kulissen. Seiner Ansicht nach lag der Fokus der Mannschaft während des Turniers nicht ausschließlich auf dem Sport, sondern wurde durch interne Streitigkeiten um die Familienregelung gestört.
Interne Unruhe durch Familienregelung
„Es gibt einiges aufzuarbeiten, auf dem Platz und außerhalb des Platzes. Frauen, Familien, alles war dabei. Viele Schlagzeilen. Ich weiß nicht, warum man jetzt schon von Anfang an die ganzen Familien dabei haben muss“, so Matthäus. Nach seinen Informationen habe die Entscheidung, Familien bereits frühzeitig ins Quartier zu lassen, für erhebliche Diskussionen gesorgt. „Dann geht es um Reisemöglichkeiten, um Hotelbuchungen. Das war doch alles ein Thema in der Mannschaft. Es ist nie in den Medien erschienen, aber ich weiß, dass es ein Thema war.“
Konkrete Spannungen im Team
Matthäus schildert sogar konkrete Spannungen innerhalb des Teams: „Der eine war dann sauer auf den anderen, weil bei einem die Mama mitfliegen durfte und bei dem anderen die Frau mitfliegen durfte und die Kinder. Die anderen mussten dann mit der Linienmaschine fliegen.“ Aus seiner Sicht habe all das unnötige Unruhe in die Mannschaft gebracht. Für Matthäus ist deshalb klar, dass der Umgang mit Familien bei künftigen Turnieren überdacht werden muss.
Fokus nicht auf der WM
Er sagt: „Im Endeffekt gab es doch viel Unruhe, die zwar nicht rübergekommen ist. Aber trotz alledem lag der Fokus einfach nicht auf dieser WM. Es war immer ein freier Familientag und noch ein freier Familientag.“ Sein Vorschlag: „Die waren keine zwei Wochen in Amerika und schon waren wieder die ganzen Familien dabei. Die können im Viertelfinale einfliegen, wenn die Mannschaft was geleistet hat.“ Ein Viertelfinale erreichte Deutschland zuletzt 2014 – beim Gewinn des WM-Titels in Brasilien. Diesmal war schon im Sechzehntelfinale gegen Paraguay Schluss.



