Julian Nagelsmann ist nicht mehr Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Der 38-Jährige musste seinen Posten nach dem Vorrunden-Aus der DFB-Elf bei der Weltmeisterschaft 2026 räumen. Die Mannschaft war bereits im Sechzehntelfinale gescheitert, was das früheste Aus einer deutschen Nationalmannschaft bei einer WM seit 1938 bedeutete.
Nagelsmanns kurze Amtszeit
Nagelsmann hatte das Amt im September 2023 von Hansi Flick übernommen. Er war der zwölfte Chefcoach in der Geschichte der deutschen Nationalmannschaft. Seine Amtszeit endete nun nach weniger als drei Jahren. Unter seiner Leitung bestritt die Mannschaft 32 Länderspiele, von denen 18 gewonnen wurden, sechs unentschieden endeten und acht verloren gingen.
Die DFB-Spitze um Präsident Bernd Neuendorf und Sportdirektor Rudi Völler zog die Konsequenzen aus dem enttäuschenden Abschneiden. „Wir sind Julian Nagelsmann dankbar für seinen Einsatz, aber der sportliche Misserfolg zwingt uns zu diesem Schritt“, sagte Neuendorf in einer Pressemitteilung.
Historischer Tiefpunkt
Das WM-Aus markiert einen historischen Tiefpunkt für den deutschen Fußball. Bereits bei den Weltmeisterschaften 2018 und 2022 war die Mannschaft in der Vorrunde gescheitert, doch diesmal verpasste sie sogar das Achtelfinale. Der früheste K.o. seit 1938, als Deutschland im Achtelfinale gegen die Schweiz ausschied, zeigt die anhaltende Krise des viermaligen Weltmeisters.
Statistiken belegen den Negativtrend: In den letzten drei Turnieren (EM 2024, WM 2022, WM 2026) gewann Deutschland nur zwei von neun Spielen. Die Mannschaft fiel in der FIFA-Weltrangliste auf Platz 16 zurück, den niedrigsten Stand seit Einführung der Rangliste 1993.
Suche nach einem Nachfolger
Die DFB-Führung hat umgehend mit der Suche nach einem Nachfolger begonnen. Als Kandidaten werden unter anderem der frühere Bayern-Trainer Jupp Heynckes und der Österreicher Ralf Rangnick gehandelt. „Wir werden in den kommenden Tagen Gespräche führen und einen Nachfolger präsentieren, der die Mannschaft wieder in die Erfolgsspur führen kann“, kündigte Völler an.
Nagelsmann selbst äußerte sich enttäuscht: „Ich hatte gehofft, mit dieser Mannschaft etwas Großes erreichen zu können. Leider ist es nicht gelungen. Ich wünsche der Nationalmannschaft alles Gute für die Zukunft.“
Blick in die Geschichte
Nagelsmann war der zwölfte Chefcoach der DFB-Auswahl seit 1926. Die Liste reicht vom ersten Reichstrainer Otto Nerz über Sepp Herberger, Helmut Schön und Jupp Derwall bis zu Joachim Löw, Hansi Flick und nun Nagelsmann. Keiner von ihnen hatte eine kürzere Amtszeit als Nagelsmann, der nur 33 Monate im Amt war.
Die DFB-Elf muss sich nun neu aufstellen. Die nächste Herausforderung ist die Qualifikation zur Europameisterschaft 2028, die im März 2027 beginnt. Bis dahin soll ein neuer Bundestrainer das Team übernehmen und die Wende einleiten.



