Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) steht vor einer ungewöhnlichen Herausforderung: Wegen des neuen WM-Modus mit 48 Mannschaften muss das DFB-Trainerteam zwei Tage vor dem ersten K.o.-Spiel eine Nachtschicht einlegen. Grund ist das erstmals ausgetragene Sechzehntelfinale, in das auch die acht besten Gruppendritten einziehen. Die genaue Paarung wird erst nach einem komplexen Algorithmus berechnet, der sich erst nach den letzten Vorrundenspielen am Samstag finalisieren lässt.
Kritik am neuen WM-System
Nagelsmann äußerte sich kritisch über den Modus: „Allzu viel halte ich nicht davon ehrlich gesagt. Dass man als Gruppensieger so ein bisschen bestraft wird, ist nicht optimal. Wenn man sich diese ganzen Algorithmen anschaut, das ist schon super komplex. Je mehr Mannschaften dabei sind, desto komplexer wird’s. Deshalb muss man etwas aufpassen mit der Kritik.“
Deutschland steht bereits als Gruppensieger der Gruppe E fest und bestreitet das allererste Sechzehntelfinale am Montag in Boston. Die kurze Vorbereitungszeit zwischen dem Ende der Vorrunde und dem Spiel sorgt für Zeitdruck.
Nachtschicht für das Trainerteam
Das DFB-Team bereitet sich akribisch auf jeden möglichen Gegner vor. Nagelsmann erklärte: „Jeder kann sich vorstellen, dass es bessere Konstellationen gibt, als Samstagnacht durchzuschrubben, um dann am Sonntag der Mannschaft den Gegner vorzustellen. Das ist selbstredend, dass das nicht optimal ist. Aber alles machbar. Wir haben uns schon vorbereitet, dass wir die Gegner, die am wahrscheinlichsten sind, aufgeteilt haben, ich hab was geguckt, unser Analyse-Team hat was geguckt. Wir haben alle schon drei, vier Spiele geschaut von den potentiellen Gegnern. Trotzdem müssen wir abwarten, was passiert.“
Während die Spieler in der Nacht von Samstag auf Sonntag schlafen, wird das Trainerteam in die Analyse eintauchen: „Wir sind zumindest so vorbereitet, das wir Samstag in der Nachtschicht große Teile präpariert haben. Und dann Sonntag mit nicht ganz so großer Hektik den Matchplan vorstellen können und uns vorbereiten können. Weil dann haben wir ja schon das letzte Training. Von daher haben wir da schon bisschen Zeitdruck. Aber das kriegen wir schon mal hin, wir sind ja alle noch jung im Trainerteam, da kann auch mal eine Nacht durcharbeiten.“
Ungleiche Vorbereitungszeiten
Andere Gruppensieger haben deutlich mehr Zeit, sich auf ihre Gegner im Sechzehntelfinale vorzubereiten. Dies führt zu einer gewissen Ungleichheit im Turnier, die Nagelsmann kritisiert. Das DFB-Team muss nun flexibel reagieren und den Matchplan kurzfristig anpassen.



