Die Europäische Union hat den Weg für ein umfassendes Zollabkommen mit den USA freigemacht. Die EU-Mitgliedstaaten gaben am Donnerstag in Luxemburg ihre finale Zustimmung zu dem Handelsabkommen, das die Zölle auf US-Industriegüter abschafft und US-Meeresfrüchten sowie Agrarprodukten einen besseren Marktzugang gewährt. Das Abkommen tritt nach Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft.
Sicherheitsnetz für den Fall von US-Verstößen
Die Einigung sieht ein Sicherheitsnetz vor: Die EU-Zollzugeständnisse können bei Verstößen der USA gegen die Absprachen wieder ausgesetzt werden. Dies betrifft etwa erneute Zollerhöhungen durch Washington. Zudem müssen die USA bis Jahresende die Zölle auf Waschmaschinen und andere Produkte mit Stahlanteil auf maximal 15 Prozent senken. Andernfalls will die EU ebenfalls solche Zölle prüfen.
Befristung und Evaluierung
Das Abkommen ist befristet bis zum 31. Dezember 2029. Die EU-Kommission muss bis zum 30. Juni 2029 die Folgen der Änderungen umfassend bewerten und kann eine Verlängerung vorschlagen. Die Zustimmung der EU-Länder erfolgte gut eine Woche vor dem 250. Unabhängigkeitstag der USA am 4. Juli, den US-Präsident Donald Trump als Frist für die Umsetzung gesetzt hatte.
Hintergrund: Handelskrieg abgewendet
Die EU-Kommission hatte das Abkommen im Sommer 2025 nach Drohungen der USA ausgehandelt, um einen Handelskrieg zu verhindern. Die EU und die USA unterhalten umfassende Handelsbeziehungen: Laut EU-Zahlen entfallen auf sie fast 30 Prozent des weltweiten Waren- und Dienstleistungshandels und 43 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. 2024 belief sich das Handelsvolumen zwischen der EU und den USA auf rund 1,7 Billionen Euro.



