WM in Seattle: Iran gegen Ägypten als umstrittenes „Pride Match“
WM: Iran gegen Ägypten als umstrittenes Pride Match

In Seattle wird an diesem Wochenende das „Pride Fest“ gefeiert – ein buntes Festival für Vielfalt und Toleranz. Doch ausgerechnet das WM-Spiel zwischen Iran und Ägypten, das in der deutschen Nacht zum Samstag (5.00 Uhr MESZ) angepfiffen wird, soll als „Pride Match“ zelebriert werden. Beide Nationen stehen LGBTQI+-Rechten äußerst kritisch gegenüber und protestierten vergeblich bei der FIFA gegen die Bezeichnung.

Hintergrund des Pride-Wochenendes in Seattle

Das Pride-Wochenende erinnert an die Proteste der LGBTQI+-Gemeinschaft am 28. Juni 1969 in New York gegen Polizei-Diskriminierung – ein Wendepunkt im Kampf für Gleichberechtigung. Die Ausrichterstadt Seattle nutzt die Gelegenheit, um ein Zeichen zu setzen. „Wir haben keinen Einfluss darauf, was auf dem Spielfeld passiert – das ist Sache der FIFA. Was wir beeinflussen können, ist, wie Seattle die Welt während des Pride-Wochenendes willkommen heißt“, sagte Hana Tadesse von den WM-Organisatoren der Stadt der Deutschen Presse-Agentur.

Kritik aus Iran und Ägypten

Der iranische Verbandspräsident Mehdi Tadsch kündigte nach der Auslosung an: „Wir wollen das unbedingt verhindern und werden dies auch tun.“ Auch Ägypten legte Protest ein. Die FIFA kommentierte die Vergabe des Spiels an Seattle nicht. Ob ein Tausch mit der Parallelbegegnung Neuseeland gegen Belgien in Vancouver erwogen wurde, bleibt offen.

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Lage der LGBTQI+-Gemeinschaft in Iran und Ägypten

Im Iran wird Homosexualität als „moralische Verderbtheit“ und „schwere Sünde“ verfolgt; nach islamischem Recht droht die Todesstrafe. Transidentität ist offiziell anerkannt, doch Transpersonen leiden unter Diskriminierung. Menschenrechtsorganisationen berichten von Hinrichtungen, auch wenn keine eindeutig belegten Fälle bekannt sind. In Ägypten ist Homosexualität nicht explizit strafbar, doch unter Gesetzen zu Prostitution und „Ausschweifungen“ werden LGBTQI+-Menschen verfolgt, verhaftet und in Haft misshandelt. Die meisten leben ihre Sexualität nicht offen aus.

Politische Beziehungen zwischen Iran und Ägypten

Nach der Islamischen Revolution 1979 brachen beide Länder die diplomatischen Beziehungen ab – auslösend waren Ägyptens Friedensvertrag mit Israel und die Ermordung von Präsident Anwar Sadat durch Islamisten. In den letzten zwei Jahrzehnten näherten sie sich wieder an; eine Wiederaufnahme voller diplomatischer Beziehungen wird geprüft.

Lage in den USA unter Trump

Seit Donald Trumps Amtsantritt 2025 verschärfte sich die Lage für LGBTQI+-Menschen: Die Regierung erlässt Maßnahmen gegen die „Gender-Ideologie“, erkennt nur zwei Geschlechter an, schränkt geschlechtsangleichende Behandlungen für Minderjährige ein und beschränkt Transpersonen in Militär und Sport.

Sportliche Bedeutung der Partie

In der Gruppe G kämpfen beide Teams ums Weiterkommen. Ägypten führt mit vier Punkten die Tabelle an und reicht ein Remis für den Einzug ins Sechzehntelfinale. Der Iran hat nach zwei Unentschieden eine schwierigere Ausgangslage; das Weiterkommen hängt auch vom Parallelspiel ab.

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