Nagelsmann unterstützt Tuchel im Fotografen-Zoff mit der FIFA
Nagelsmann stützt Tuchel im Fotografen-Streit mit FIFA

Julian Nagelsmann (38) hat sich in die Diskussion um die Positionierung der Fotografen während der Nationalhymne eingeschaltet und seinem Kollegen Thomas Tuchel (52) den Rücken gestärkt. Der Bundestrainer äußerte sich nach dem 2:1-Erfolg der deutschen Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste kritisch über die aktuelle Regelung.

Nagelsmann: „Supernah“ – Fotografen stören emotionalen Moment

„Ich weiß nicht, wie viel wir uns jetzt beschweren dürfen. Aber ich will Thomas Tuchel beipflichten“, sagte Nagelsmann. „Es ist ein emotionaler Moment, wenn man bei der Nationalhymne eine Connection zu den Spielern herstellt. Was hier schon krass ist, ist, dass es supernah ist. Ich habe immer das Gefühl, dass das Riesenrohr mir die Nasenhaare aus einem Zentimeter Entfernung fotografiert.“ Der 38-Jährige betonte, dass die aktuelle Situation nicht nur für die Trainer, sondern auch für die Spieler unbefriedigend sei.

Besonders nach der Hymne sieht Nagelsmann Verbesserungsbedarf: „Ich glaube, da gibt es bessere Lösungen. Auch für die Spieler, um eine Connection zum Trainerteam herzustellen. Die merken ja auch, wie wir mitsingen, wie emotional wir sind oder ob wir sie pushen, wenn die Nationalhymne vorbei ist. Da wird nochmal angefeuert und ich sehe nur Fotografen vor mir. Es sind sehr viele Menschen sehr nah und du siehst eigentlich gar nichts.“

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Tuchel hatte FIFA um Änderung gebeten

Bereits wenige Tage zuvor hatte sich Thomas Tuchel öffentlich an die FIFA gewandt. Nach dem WM-Auftaktspiel Englands gegen Kroatien (4:2) beklagte der England-Trainer: „Ich bitte die FIFA inständig, die Position der Fotografen zu ändern, denn ich konnte meine Mannschaft während der Nationalhymne nicht sehen, und ich hatte mich so auf diesen Moment gefreut. Es war heute ein ganz besonderer Moment, und ich stand einen halben Meter entfernt vor 50 Fotografen und konnte keinen einzigen Spieler sehen. Das hat mir das Erlebnis ein wenig verdorben.“

FIFA reagierte – aber Problem bleibt

Die FIFA reagierte auf Tuchels Kritik und änderte die Abläufe vor dem Anpfiff der WM-Spiele. Die Fotografen rücken nun enger zusammen, während die Trainer links und rechts versetzt von der Traube und abseits der Trainerbänke stehen. Doch Nagelsmann zufolge ist das Problem damit nicht gelöst. Zum Vergleich: Bei Spielen der englischen Nationalmannschaft im Wembley-Stadion positionieren sich die Fotografen während der Hymnen zwischen den Trainerbänken, ohne die Sicht der Trainer einzuschränken. Da die Stadien in den USA jedoch hauptsächlich auf Football ausgelegt sind, ist an den Trainerbänken deutlich weniger Platz. Eine dauerhafte Lösung ist daher nicht in Sicht.

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