Am Dienstagnachmittag kehrte Ole Werner (38) erstmals nach seiner Entlassung als Trainer von RB Leipzig nach Leipzig zurück. Der Ex-Coach fuhr um 13:40 Uhr mit einem schwarzen BMW X5 des Vereins durch die Einfahrt des Leistungszentrums am Cottaweg. Als er den BILD-Fotografen bemerkte, grüßte er freundlich, doch der Moment war ihm sichtlich unangenehm.
Stiller Abschied nach zwei Wochen
Werner war fast genau zwei Wochen zuvor entlassen worden. Während seines Urlaubs in Malaysia hatte ihn Sportgeschäftsführer Marcel Schäfer telefonisch über das Aus informiert. Der Besuch am Dienstag diente dem persönlichen Abschied: Nach BILD-Informationen holte Werner persönliche Gegenstände ab, übergab seine Wohnung und verabschiedete sich von einigen Mitarbeitern. Wegen der Sommerpause bei RB bekamen nur wenige seinen stillen Abschied mit. Auch sein Nachfolger Martin Demichelis (45) hatte das Gelände knapp eine Stunde zuvor verlassen.
Unwürdige Trennung, aber kein Groll
Die Trennung war alles andere als harmonisch verlaufen. Marcel Schäfer hatte den Ablauf des Rauswurfs im BILD-Interview selbstkritisch als „absolut unwürdig“ gegenüber dem Trainer und Menschen Ole Werner bezeichnet. Trotzdem hegt Werner offenbar keinen Groll. Bereits in der Woche seiner Entlassung meldete er sich mit einem Statement auf LinkedIn zu Wort: „Ich möchte mich zumindest auf diesem Wege für ein Jahr bedanken, auf das ich sehr positiv zurückblicke.“
Vertrag läuft weiter – Gehaltsplus durch Champions League
Offiziell ist Werner nur freigestellt; sein Vertrag läuft bis 2027. Da RB Leipzig in der kommenden Saison in der Champions League spielt, steigt Werners Grundgehalt automatisch von geschätzten 2,5 Millionen Euro pro Jahr auf rund 3,7 Millionen Euro. Durch Prämien kann die Summe erfolgsbedingt sogar noch weiter steigen. Werner hatte in seiner einzigen Saison einen Punkteschnitt von 1,95 erzielt, was jedoch nicht ausreichte, um seinen Job zu behalten.



