Bayern-Star Olise weint nach Frankreich-Pleite gegen England
Olise weint nach Frankreich-Pleite gegen England

Miami (USA) – So kannte die Öffentlichkeit Michael Olise bislang noch nicht. Die Sportzeitung „L'Équipe“ berichtet, dass der Offensiv-Star des FC Bayern nach dem 4:6 seiner französischen Nationalelf im WM-Spiel um Platz 3 gegen England in der Kabine geweint haben soll. Dem Artikel zufolge werfe sich der Spieler selbst vor, zwei große Torchancen in der zweiten Halbzeit vergeben zu haben.

Ungewohnte Emotionen beim sonst so coolen Olise

Solch eine emotionale Reaktion kommt durchaus überraschend, denn Olise ist sowohl in seinem Klub als auch beim Nationalteam dafür bekannt, öffentlich fast gar keine Emotionen zu zeigen. Abseits des Platzes ist er extrem zurückhaltend, gibt so gut wie nie Interviews. Dort fällt er höchstens durch seine extravaganten Outfits auf – auf dem Platz jedoch nur fußballerisch. Nach Toren jubelt er sehr sparsam, manchmal sogar überhaupt nicht. Der neue Superstar wird deshalb oft als „Mr. Nonchalant“ (französisch für lässig, völlig unbeeindruckt, entspannt, auch gleichgültig) bezeichnet. Dass der Frankreich-Star nach der Pleite gegen England nun so traurig gewesen sein soll, ist eine Seltenheit.

Deschamps tröstet seinen weinenden Star

Die Tränen machen deutlich, wie wichtig die Partie gegen England für den in London geborenen Flügelspieler (französische Mutter mit algerischen Wurzeln, nigerianischer Vater) war. Für Olise und sein Team ging es nicht nur darum, die WM nach dem Halbfinal-Aus gegen Spanien (0:2) mit dem 3. Platz noch versöhnlich zu beenden – die Frankreich-Stars um Super-Stürmer Kylian Mbappé (27/10 Turnier-Tore) wollten das kleine Finale auch für ihren Nationaltrainer Didier Deschamps (57) gewinnen, der nach 14 Jahren und großen Erfolgen wie dem WM-Titel 2018 aufhört. Mit zwei Torvorlagen gehörte Olise gegen England zwar einmal mehr zu den besten Franzosen. Dennoch hatte er offenbar das Gefühl, zu wenig geleistet zu haben – vor allem bei zwei vergebenen Mega-Torchancen. Bei der TV-Übertragung war bereits zu sehen, wie Deschamps seinen enttäuschten Star auf dem Feld tröstete.

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Olise knackt bei der WM uralten Pelé-Rekord

Vor der Partie hatte sich der Nationaltrainer schon einmal für Olise starkgemacht, nachdem dieser in den französischen Medien für seinen unauffälligen Auftritt beim Ausscheiden gegen Spanien kritisiert worden war. Deschamps sagte zu den Journalisten: „Ihr seid ein bisschen streng mit ihm. Er war gegen Spanien wie einige andere nicht in Bestform. Aber wenn es einen Spieler gab, der bei diesem Turnier wirklich den Durchbruch geschafft hat, dann ist es er.“

Was Deschamps meint: Persönlich hat Olise eine historisch gute WM gespielt. Mit seinen Turnier-Assists Nummer sieben und acht wurde der Münchner zum Spieler mit den meisten Torvorlagen innerhalb einer Weltmeisterschaft. Bislang war Brasilien-Legende Pelé (†82) der Rekordhalter mit sechs Assists bei der WM 1970. Olise schloss beim Mega-Wettbewerb in den USA, Kanada und Mexiko an seine Top-Leistungen in der abgelaufenen Bayern-Saison an (22 Tore, 31 Vorlagen).

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