Podolski wirft DFB-Team mangelnde Mentalität und fehlende Typen vor
Podolski: DFB-Team fehlt Mentalität und Typen

Ex-Weltmeister Lukas Podolski hat der deutschen Nationalmannschaft nach dem erneuten WM-Debakel schwere Vorwürfe gemacht. Der 41-Jährige kritisierte in einem Interview mit der „Sport Bild“ die mangelnde Mentalität des Teams und warnte vor übertriebener Euphorie angesichts des designierten Bundestrainers Jürgen Klopp.

Podolski: „Es übernimmt keiner Verantwortung“

„Weil Typen fehlen“, begründete Podolski die schwache Leistung der DFB-Auswahl. „Es übernimmt keiner Verantwortung. Man liegt hinten und es rappelt sich keiner auf, keiner hilft dem anderen. Das ist keine Einheit bei der WM in Amerika gewesen, angefangen vom Trainer bis zur Mannschaft.“ Der Mannschaft habe die nötige Aggressivität gefehlt. „Man muss auch mal ein wenig dreckig spielen, auf dem Platz darf es ruhig mal knallen.“

Von Profis mit einem solchen Mindset habe Deutschland zu wenige, „weil die Spieler heutzutage glattgebügelt werden. Man darf sich zu nichts bekennen, anecken“, sagte Podolski. Eine Ausnahme sei unter anderem Antonio Rüdiger. „Er hat diese Galligkeit, er kann mal ein Drecksack sein, wenn es nötig ist – was dann auch wichtig ist“, befand Podolski. „Das zeigt er bei Real Madrid. Aber wir meckern dann über ihn, weil er sich so verhält, wie er sich verhält.“

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Podolski hält Klopp für richtigen Trainer – aber nicht als Allheilmittel

Als neuen Bundestrainer und Nachfolger des zurückgetretenen Julian Nagelsmann hält Podolski Jürgen Klopp für die richtige Wahl. Dies gelte „nicht nur wegen seiner Art, sondern auch wegen seines Ansatzes, Fußball spielen zu lassen“, sagte Podolski. Der Trainerwechsel allein werde die Probleme des deutschen Fußballs nach dem Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay jedoch nicht lösen. „Jetzt den Trainer zu wechseln und dann zu sagen, nun wird alles besser, das ist zu einfach.“

Der DFB brauche vielmehr strukturelle Veränderungen – von der Nachwuchsarbeit bis zur Ausbildung von Mentalitätsspielern. Als Vorbilder nannte Podolski Spanien, Argentinien und Frankreich. Die Kritik des Weltmeisters von 2014 kommt nach der dritten WM-Enttäuschung in Serie für die deutsche Nationalmannschaft, die bereits in der Gruppenphase der Turniere 2018 und 2022 gescheitert war und nun im Sechzehntelfinale gegen Paraguay ausschied.

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