Internationale Pressestimmen zum deutschen WM-Aus: „Welt der Enttäuschungen“
Pressestimmen zum WM-Debakel: „Welt der Enttäuschungen“

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist bei der WM in den USA bereits im Sechzehntelfinale gescheitert. Nach einem 1:1 nach Verlängerung unterlag das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann im Elfmeterschießen gegen Paraguay. Jonathan Tah, Nick Woltemade und Kai Havertz vergaben ihre Versuche. Die internationale Presse reagiert mit scharfer Kritik und analysiert die tiefer liegenden Probleme.

„Die nächste Blamage“: Deutsche Medien fallen hartes Urteil

Die „Süddeutsche Zeitung“ titelt „Die nächste Blamage“ und erinnert an eine Partie, die nach 120 Minuten 1:1 stand und ein Elfmeterschießen, das zum „Fehlerfestival“ wurde. Das Resultat sei eine „völlig verdiente Heimreise“, auch wenn die Aberkennung des 2:1-Treffers eine „klare Fehlentscheidung“ war. Das Fazit: „Wir sind Deutschland“ – aber nicht mehr gut im Fußball.

Die „Bild“-Zeitung verteilt nach dem „Peinlich-Aus“ die Note 6 an Bundestrainer Julian Nagelsmann, der damit in der Einzelkritik schlechter abschneidet als jeder Spieler. Die „taz“ schreibt, das Team sei „mit der Brechstange gescheitert“ – ein Verweis auf die Taktik, mit Flanken in den Strafraum Tore erzielen zu wollen, was nicht gelang. „Der deutsche Fußball ist nach den Auftritten in Russland (2018) und Katar (2022) ein weiteres Mal ganz vorne dabei, wenn es darum geht, die schlechtesten Teams einer WM auszusieben.“ Immerhin sei es das beste WM-Ergebnis seit 2014 – ein schwacher Trost.

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Internationale Stimmen: Von Respekt für Paraguay bis Häme

Der britische „Guardian“ hebt die Defensivleistung Paraguays hervor: „Herzblut und defensive Disziplin“ hätten den Sieg ermöglicht. Die Zeitung erinnert daran, dass Deutschland im Elfmeterschießen bei Weltmeisterschaften zuvor unfehlbar war – nun sei diese Serie gerissen.

Das US-Portal „The Athletic“ nimmt seine Leser auf eine historische Reise mit: „Was wir am Montag in der Nähe von Boston erlebt haben, war früher sehr, sehr ungewöhnlich.“ Der Sieg einer historisch weniger erfolgreichen Mannschaft wie Paraguay gegen eine Fußballgröße wie Deutschland sei nach dem WM-Triumph 2014 jedoch zur Normalität geworden. „Willkommen in der Welt der anderen, wo Enttäuschungen an der Tagesordnung sind.“

Paraguay feiert historischen Sieg – Spanien lobt Taktik

In Paraguay selbst herrscht Jubel. Die Nachrichtenseite „ABC Digital“ spricht von einem „historischen Sieg“, der auf taktischer Disziplin basierte – trotz deutscher Ballbesitzdominanz. Die umstrittene Aberkennung des deutschen Tores wird im Jubel nicht erwähnt.

Die spanische Zeitung „El País“ bezeichnet Deutschland als „erfolgreichste Mannschaft der europäischen Geschichte“ und hebt die Leistung Paraguays umso mehr hervor. Für Deutschland zeige sich, wie schwierig es im heutigen Fußball sei, dichte Abwehrketten zu durchbrechen – insbesondere mangels dribbelstarker Spieler.

Das DFB-Team verabschiedet sich damit erneut früh von einer WM. Die Presse ist sich einig: Deutschland gehört nicht mehr zur Weltspitze – und die Probleme liegen tiefer als im Elfmeterschießen.

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