Die Erwartungen an Preußen Münster in der kommenden Saison der 3. Liga sind gering. Das ergab eine Umfrage unter den Trainern der Liga, die ihre drei Favoriten für den Aufstieg in die 2. Bundesliga benennen sollten. Von 20 Trainern nahmen 17 teil, lediglich Rui Mota (Waldhof Mannheim), Uwe Koschinat (Rot-Weiss Essen) und Daniel Brinkmann (Hansa Rostock) verweigerten die Aussage. Sabrina Wiegmann (FC Ingolstadt) nannte nur zwei Vereine. Insgesamt kamen so exakt 50 Stimmen zusammen – drei pro Trainer – von denen lediglich eine auf die Preußen entfiel.
Einzige Stimme von Ex-Trainer Sascha Hildmann
Die einzige Stimme für Münster stammt ausgerechnet von Sascha Hildmann (54), der mit den Preußen 2023 den Durchmarsch aus der Regionalliga in die 2. Liga schaffte, ehe er im April 2024 entlassen wurde. Inzwischen trainiert er den SSV Jahn Regensburg, der am 5. Dezember die Preußen zum Heimspiel erwartet. Ob Hildmann aus Überzeugung oder Sympathie votierte, bleibt unklar.
Die größten Chancen auf den Aufstieg werden Hansa Rostock eingeräumt: 17 Trainer sprachen sich für den ambitionierten Ostclub aus. Dahinter folgt Fortuna Düsseldorf mit 14 Stimmen, die wie Münster im Mai aus der 2. Liga abgestiegen war. Platz drei belegt Rot-Weiss Essen mit elf Nennungen. Der MSV Duisburg erhielt vier Stimmen. Jeweils eine Stimme – wie Münster – bekamen der 1. FC Saarbrücken, Alemannia Aachen und der SV Wehen Wiesbaden.
Preußen-Trainer Thomas Wörle liegt im Trend
Preußen-Trainer Thomas Wörle (44) liegt mit seinen Tipps voll im Trend: Auch er setzt auf Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Rot-Weiss Essen.
Sportdirektor Jan Uphues (38) zeigte sich gelassen: „Einschätzungen zu Favoritenrollen noch vor Saisonbeginn können zwar für interessanten Gesprächsstoff sorgen, haben aber für den tatsächlichen Saisonverlauf erfahrungsgemäß einen begrenzten Aussagewert. Dass wir in dieser Umfrage jetzt nicht zum engen Kreis der Aufstiegskandidaten gezählt werden, überrascht uns nicht. Ändert aber weder etwas an unserer täglichen Motivation, den bestmöglichen Job zu machen, noch an unserem Anspruch, in jedem Spiel maximal erfolgreich zu sein.“
Er ergänzte: „Wir haben unsere Ausgangslage nach dem Abstieg klar eingeordnet und auch deutlich gemacht, welchen Weg wir einschlagen wollen. Unser Fokus liegt darauf, die Mannschaft nachhaltig zu stabilisieren und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, langfristig erfolgreich zu sein.“
Langfristige Perspektive: Stadionumbau als Schlüssel
Die Preußen planen, in der Saison 2027/2028, wenn der Stadionumbau an der Hammer Straße abgeschlossen ist, wieder oben anzugreifen und Richtung 2. Liga zu schielen. Aktuell sei dies jedoch noch der zweite Schritt vor dem ersten, so Uphues.



