WM-Halbfinale: Scaloni warnt vor Vermischung mit Falkland-Krieg
Scaloni warnt vor Vermischung mit Falkland-Krieg

Argentiniens Nationaltrainer Lionel Scaloni hat eindringlich davor gewarnt, das bevorstehende WM-Halbfinale gegen England mit den historischen Ereignissen des Falkland-Krieges von 1982 zu vermischen. „Wir denken an Argentinier, an Menschen, die wir im Krieg verloren haben. Aber das müssen wir von dem Spiel trennen“, betonte der 48-Jährige vor der heutigen Partie in Atlanta (Anstoß 21.00 Uhr, live in der ARD und bei MagentaTV).

Historische Belastung des Duells

Die Begegnung zwischen Argentinien und England ist stets von politischen und historischen Untertönen begleitet. Der Falkland-Krieg, der von April bis Juni 1982 dauerte, forderte auf beiden Seiten viele Opfer. Scaloni verwies darauf, dass der militärische Konflikt lange zurückliege und Geschichte sei. „Was haben die Spieler damit zu tun?“, fragte er rhetorisch. „Es wäre falsch, das mit dem Spiel zu vermischen.“ Der Sieger des Halbfinals trifft im Endspiel auf Spanien.

Maradonas Erbe und die Trikotwahl

Die fußballerische Rivalität wurde durch Diego Maradona geprägt, der nach dem 2:1-Sieg im WM-Viertelfinale 1986 gegen England erklärte, dieser Erfolg sei auch eine Art Wiedergutmachung für die Kriegsopfer gewesen. Bei jenem Spiel, in dem Maradona mit der berüchtigten „Hand Gottes“ das erste Tor erzielte, trug Argentinien die dunkelblauen Auswärtstrikots. Auch beim Achtelfinalsieg 1998 in Saint-Étienne war das Team in Blau erfolgreich. Heute wird Argentinien erneut in diesen Trikots auflaufen, was in der Heimat als gutes Omen gilt.

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Trainer Scaloni dementierte jedoch, dass er die Wahl des blauen Trikots bei der FIFA beantragt habe: „Ich habe das blaue Trikot nicht verlangt.“ Dabei hätte er bei seinem englischen Kollegen Thomas Tuchel vermutlich Verständnis gefunden. „Wenn es um Aberglaube geht, hätte ich dasselbe gemacht. Ich habe auch meine Routinen“, sagte der Schwabe, der erst in der Pressekonferenz vor dem Spiel von der Trikotfarbe erfuhr.

Politische Dimension und sportlicher Fokus

Die argentinische Militärjunta hatte den Krieg 1982 begonnen, um die Souveränität über die Falklandinseln zu erzwingen, scheiterte jedoch nach 74 Tagen. Ein Jahr später endete die Diktatur, und Argentinien wandelte sich zur Demokratie. Scaloni betonte, dass es heute allein um den Sport gehe: „Wir sind hier, um Fußball zu spielen und ins Finale zu kommen, nicht um politische Botschaften zu senden.“

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