Schalke 04 plant Mega-Sprung: 20 Millionen mehr TV-Geld in drei Jahren
Schalke 04: 20 Millionen mehr TV-Geld in drei Jahren

Nach dem Aufstieg in die Bundesliga hat Schalke 04 große Visionen. Der Revierklub will sich langfristig in der Spitzengruppe etablieren und hat dafür konkrete Pläne in den Bereichen Kader, Sponsoring, TV-Geld, Stadion und Nachwuchs. SPORT BILD gibt einen Überblick über die Strategie des Aufsteigers.

Kaderwert und Spielphilosophie: Aggressiv, intensiv, mutig

Der aktuelle Gesamtmarktwert des Schalker Kaders beträgt rund 57 Millionen Euro. In der vergangenen Bundesliga-Saison hätte dieser Wert nur für den letzten Platz gereicht. Die Verantwortlichen um Sport-Vorstand Frank Baumann (50) und Scouting-Leiter Maximilian Lüftl (31) planen, den Kaderwert sukzessive zu steigern. Noch wichtiger ist ihnen jedoch die konsequente Umsetzung der Spielidee.

Im Profi-Leistungszentrum (PLZ) ist das Motto „Aggressiv, intensiv, mutig“ an die Wand gepinselt. Trainer Miron Muslic (43) fordert von seiner Mannschaft deutlich höhere Laufwerte. Mit der Laufleistung aus der Aufstiegssaison wäre Schalke in der Bundesliga nur auf Platz 16 gelandet. Die Spielphilosophie soll die Mannschaft in den nächsten Jahren prägen, und Neuzugänge werden vor allem nach diesen geforderten Eigenschaften verpflichtet.

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Sponsoring: Deutlicher Aufschwung bei den Einnahmen

In kaum einer anderen Abteilung ist der Aufschwung so deutlich wie im Sponsoring. In der Saison 2024/25 betrugen die Sponsoring-Einnahmen noch rund 35,5 Millionen Euro, eine Spielzeit später waren es bereits über 40 Millionen Euro. Für das kommende Erstliga-Jahr prognostizieren die Verantwortlichen rund 55 Millionen Euro. Die Tendenz ist weiter steigend, da der Klub zuletzt vor allem immer mehr regionale Partner gewinnen konnte.

Für die Kaderplaner um Frank Baumann und Maximilian Lüftl ist diese Entwicklung ein Segen: Die Mehreinnahmen fließen fast ausschließlich in die Mannschaft. Dies stellt einen riesigen Hebel für die kommenden Jahre dar.

TV-Geld: Drei Jahre Bundesliga nötig für großen Sprung

In der TV-Tabelle belegt Schalke aktuell Platz 17 – trotz rund 210.000 Mitgliedern und der Größe des Vereins. Die zwei Katastrophen-Jahre vor dem Aufstieg haben die Bilanz ordentlich versaut. Die Einnahmen aus dem TV-Geld dürften sich in der kommenden Saison bei knapp über 30 Millionen Euro einpendeln.

Die Bosse haben ausgerechnet: Um in der Tabelle deutlich zu klettern, sind drei Jahre in der Bundesliga nötig. Im vierten Jahr würde es dann einen großen Sprung geben, die Einnahmen würden um rund 20 Millionen Euro steigen. Dieser Fakt unterstreicht: Schalke kann und darf sich kaum einen erneuten Abstieg leisten.

Stadion und Vereinsgelände: Neue Erlebniswelt geplant

Derzeit sind drei Direktoren aus dem Team von Vorstandsboss Matthias Tillmann (42) bei der WM, um auch die Arenen unter die Lupe zu nehmen und Ideen für das Stadionerlebnis in Gelsenkirchen zu sammeln. Im „BMO Stadium“ in Los Angeles können Fans etwa mittlerweile per Gesichtserkennung bezahlen. Ein Gedanke bei Schalke ist die Entwicklung einer App, die dem Fan anzeigt, welchen Parkplatz er am schnellsten erreichen kann oder welcher Bierstand am wenigsten besucht ist.

Auch rund um das Stadion will der Klub investieren: Zuletzt stellten die Verantwortlichen die Pläne für das neue Erlebniszentrum vor, in dem sich Fans auch außerhalb der Spieltage treffen können. Die Gedanken gehen jedoch noch weiter: Schalke will das Vereinsgelände zu einem Ort machen, an dem immer Betrieb herrscht. Eine Idee ist zum Beispiel die Errichtung von Padel-Plätzen, die Fans nutzen können.

Nachwuchs: Genossenschaft soll Millionen für Knappenschmiede bringen

Derzeit ist kaum Geld vorhanden, um die „Knappenschmiede“ mit neuen Gebäuden und Anlagen auszubauen. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute: Sollte die Genossenschaft in den kommenden Monaten eine stattliche Millionen-Summe einbringen, soll ein Großteil des Geldes in den Nachwuchs fließen. In dem Fall würden neue Kabinen gebaut werden – und Top-Talente zu Schalke gelockt werden. Das klare Ziel: In den kommenden Jahren sollen stets ein bis zwei Plätze im Profikader für Spieler aus der „Knappenschmiede“ reserviert werden, die dann den großen Sprung schaffen sollen.

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