Schenderlein: Olympia-Bewerbung, Reformen und Kritik von Athleten
Schenderlein: Olympia-Bewerbung, Reformen und Kritik von Athleten

Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein (CDU) zieht nach einem Jahr im Amt Bilanz. Die 44-jährige Quereinsteigerin, die zuvor für Kultur und Medien zuständig war, wurde von Friedrich Merz überraschend ins Kabinett berufen. Sie betont ihren sportlichen Ehrgeiz: „Ich bin schon immer stark im Ausdauersport gewesen. Aufgaben, für die man einen langen Atem braucht, liegen mir.“

Ihr wichtigstes Projekt war das Sportfördergesetz, das nach dem Scheitern der Ampel-Regierung im Winter 2024 nun im März 2025 in den Bundestag eingebracht wurde und im Herbst in Kraft treten soll. Es schafft erstmals eine gesetzliche Grundlage für die Spitzensportförderung des Bundes mit rund 300 Millionen Euro. Kernstück ist die Gründung einer unabhängigen Spitzensportagentur mit Sitz in Leipzig, die ab 2026 Prioritäten setzen soll. Schenderlein fordert: „Wir wollen mehr Goldmedaillen.“

Kritik gibt es von Athletenvertretern und Grünen: Der Schutz vor Gewalt sei im Gesetz nur als Aufforderung, nicht als Bedingung formuliert. Schenderlein verweist auf die Autonomie der Verbände: „Ich möchte den Verbänden erst mal die Chance geben, von sich aus selber zu sagen: Ja, wir sind mit dabei.“ Das Zentrum für Safe Sport in Kassel soll im Herbst 2025 seine Arbeit aufnehmen, die Zusammenarbeit mit Verbänden ist noch offen.

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Zum Sanierungsstau von Sportstätten in Höhe von 40 Milliarden Euro sagt die Ministerin: „Der erste Förderaufruf ist 23-fach überzeichnet.“ Die Bundesregierung habe mit der Sportmilliarde bereits erste Zusagen über 330 Millionen Euro gegeben. Schenderlein sieht ihre Aufgabe als „Kompass statt Heilsbringer“ und setzt auf langfristige Reformen.

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