Tim Schreiber ist die Nummer eins bei Dynamo Dresden. Der 24-Jährige wird in der neuen Saison das Tor der Schwarz-Gelben hüten und erhält auch bei der Liga-Generalprobe gegen den Bundesligisten Union Berlin im Harbig-Stadion den Vorzug. Trainer Thomas Stamm (43) setzt damit auf Kontinuität und Vertrauen. Der gebürtige Freitaler hatte sich in der vergangenen Rückserie als starker Rückhalt etabliert und soll nun auch zum Auftakt der neuen Spielzeit für Stabilität sorgen.
Die Entscheidung fiel im internen Vierkampf um den Platz zwischen den Pfosten. Schreibers größter Herausforderer Elias Bethke (23) muss sich weiterhin gedulden. Der im Winter von Energie Cottbus verpflichtete Keeper hatte sich nach einer schweren Oberschenkelverletzung im letzten Sommer zurückgekämpft und sich zuletzt sogar eine Startelf-Perspektive erarbeitet. Doch gegen Schreiber reichte es erneut nicht. „Der Druck liegt jetzt ein bisschen bei Eli. Er muss jetzt ein Stück weit beweisen, dass er das Niveau hat. Alles andere entscheidet dann der Trainer“, hatte Schreiber jüngst erklärt. Bethke zeigte sich kämpferisch: „Ich sehe das alles relativ entspannt und hoffe, dass ich gleich gegen Nürnberg auf dem Platz stehen und zeigen kann, dass ich 2. Liga spielen kann.“
Für Dynamo ist die Torhüter-Entscheidung von großer Bedeutung. Gerade zu Saisonbeginn, wenn es um Punkte geht, braucht die Mannschaft eine verlässliche Rückendeckung. Schreiber hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er dieser Verantwortung gewachsen ist. Gegen Union Berlin will Dresden den Ernstfall proben – auch im eigenen Strafraum. Die Generalprobe gegen den Bundesligisten gilt als echter Härtetest, denn Union wird die Gastgeber mit Sicherheit vor große Herausforderungen stellen. Trainer Stamm erwartet von seiner Mannschaft eine konzentrierte Leistung über die gesamte Spielzeit – und dabei nimmt er auch die Torhüter in die Pflicht.
Vertragssituation: Die Zukunft von Schreiber ist offen
Ein wichtiger Baustein im Torhüter-Puzzle ist die Vertragslage. Schreibers Kontrakt läuft am Saisonende aus. Nach BILD-Informationen fanden bislang keine Gespräche über eine Verlängerung statt. Das eröffnet Spekulationen – gleichzeitig bleibt die Konkurrenz für den 24-Jährigen ein Ansporn. Trainer Stamm hat mehrfach betont, dass der Konkurrenzkampf auf dieser Position offen ist, und damit die Tür für Bethke und Co. nicht zugeschlagen.
Dennoch genießt Schreiber das Vertrauen des Trainers. Die Ruhe, die der Torhüter ausstrahlt, überträgt sich auf die gesamte Defensive. Diese Sicherheit will sich Dynamo in der entscheidenden Phase der Vorbereitung nicht nehmen lassen. Gegen Union Berlin sollen die Abläufe sitzen – auch und gerade im Zusammenspiel zwischen Torwart und Abwehrkette. Sollte Schreiber überzeugen, dürfte er auch am ersten Spieltag das Vertrauen erhalten.
Die Konkurrenz schläft nicht: Grill ist zurück
Hinter Schreiber und Bethke lauern mit Daniel Mesenhöler und Lennart Grill zwei weitere Torhüter. Grill hat nach seiner schweren Knieverletzung – einem Riss der Patellasehne – im zweiten Anlauf den Return-to-Competition-Test bestanden und darf wieder spielen. Das erweitert die Optionen für Stamm, der allerdings bereits angedeutet hat, Ende August nicht mit vier Torhütern arbeiten zu wollen. Ein Abgang ist derzeit nicht absehbar, doch falls doch einer gehen sollte, wäre Grill der wahrscheinlichste Kandidat, um andernorts Spielpraxis zu sammeln.
Die Situation ist für Stamm also durchaus komfortabel: Auf der einen Seite hat er mit Schreiber eine klare Nummer eins, auf der anderen Seite verfügt er über mehrere Alternativen, die jederzeit einspringen können. Diese Konkurrenz belebt das Training und sorgt dafür, dass sich keiner auf seinen Lorbeeren ausruhen kann.
Neue Akzente in der Offensive
Neben der Torhüter-Entscheidung sorgt eine weitere Personalie im Test gegen Union Berlin für Gesprächsstoff: Kaan Inangolu startet auf der rechten Außenbahn und verdrängt Jakob Lemmer zunächst auf die Bank. Das zeigt, dass Stamm in der Vorbereitung neue Varianten ausprobiert. Während das Tor fest in der Hand von Schreiber bleibt, ist die Offensive in Bewegung geraten. Wie sich diese Personalien auf die Startelf der ersten Ligaspiele auswirken, bleibt abzuwarten. Klar ist: Dynamo steht zu Saisonbeginn unter Druck, und die letzten Testspiele sind daher von großer Bedeutung.



