Der senegalesische Fußballverband (FSF) hat Nationaltrainer Pape Thiaw (45) sowie dessen gesamten Trainerstab entlassen. Die Entscheidung fiel elf Tage nach dem Ausscheiden Senegals im Sechzehntelfinale der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 gegen Belgien (2:3 n.V.). Das Exekutivkomitee des Verbandes beschloss am Samstag, dem 11. Juli 2026, ein entsprechendes Verfahren einzuleiten.
Gründliche Bewertung der sportlichen Ergebnisse
In einer offiziellen Mitteilung des FSF hieß es: „Der senegalesische Fußballverband teilt der Öffentlichkeit mit, dass im Anschluss an die Sitzung des Exekutivkomitees am Samstag, dem 11. Juli 2026, beschlossen wurde, ein Verfahren zur Entlassung des Nationaltrainers, Herrn Pape Thiaw, sowie seines gesamten Trainerstabs einzuleiten.“ Weiter erklärte der Verband: „Diese Entscheidung folgt auf das Ausscheiden der senegalesischen Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale der Fifa-Weltmeisterschaft 2026. Nach einer gründlichen Bewertung der sportlichen Ergebnisse und der Perspektiven der Nationalmannschaft hielt es der Vorstand im übergeordneten Interesse des senegalesischen Fußballs für notwendig, dieses Verfahren einzuleiten.“
Die Entlassung Thiaws war nach dem frühen WM-Aus erwartet worden. Senegal war in der K.-o.-Runde gegen Belgien ausgeschieden, nachdem die Mannschaft bis zur 86. Minute mit 2:0 geführt hatte, dann aber den Ausgleich und in der Verlängerung die Niederlage hinnehmen musste.
Sadio Mané verkündet Rücktritt aus Nationalmannschaft
Nur wenige Tage vor der Trainer-Entlassung hatte bereits Superstar Sadio Mané (34) seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt. Der wohl größte Fußballer Senegals schrieb in einer Mitteilung: „Nun ist die Zeit gekommen, ein Kapitel abzuschließen. Aufgrund meines Alters und der Anforderungen des Spitzensports gebe ich hiermit offiziell meinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt.“ Mané war Kapitän und Symbolfigur des Teams, das 2022 den Afrika-Cup gewonnen hatte.
Das WM-Aus und die anschließenden Personalentscheidungen sind Teil einer turbulenten Phase im senegalesischen Fußball. Bereits vor der WM hatte es Unruhen gegeben: Die Vertragssituation von Trainer Thiaw war ungeklärt, und Medien berichteten, dass einige Spieler noch auf ausstehende Prämien des Verbandes warteten. Zudem gab es Beschwerden über die Ausstattung des Mannschaftsquartiers in New Jersey. Thiaw selbst hatte gewisse Unstimmigkeiten bestätigt.
Neuanfang nach enttäuschender WM
Der Senegal muss sich nun neu aufstellen. Mit dem Rücktritt Manés und der Entlassung Thiaws verlieren die „Löwen von Teranga“ ihre beiden prägendsten Figuren. Der Verband steht vor der Aufgabe, einen neuen Nationaltrainer zu finden und die Mannschaft für kommende Herausforderungen wie die Qualifikation zum Afrika-Cup 2027 zu formen. Die Entscheidung, Thiaw zu entlassen, sei laut Verband „notwendig“ gewesen, um den senegalesischen Fußball wieder in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.



