Der FC Rot-Weiß Erfurt hat am ersten Spieltag der Regionalliga Nordost eine besondere Premiere erlebt: Der Luxemburger Sofiane Ikene (21) führte die Mannschaft erstmals als Kapitän aufs Feld. Was zunächst wie eine große Ehre aussah, wird für den jungen Spieler nun teuer – denn im internen Strafenkatalog des Vereins ist festgelegt, dass jeder Spieler, der zum ersten Mal die Kapitänsbinde trägt, eine Geldstrafe zahlen muss.
Geldstrafe als Teil der Teamkultur
„Das ist bei uns im Strafenkatalog so geregelt. Wer das erste Mal als Kapitän auf dem Platz steht, muss zahlen“, verriet Ikene gegenüber BILD. Die genaue Höhe der Strafe wollte er nicht nennen, stellte jedoch schmunzelnd klar: „Die Prämie vom ersten Sieg geht zumindest nicht komplett dafür drauf.“ Das Geld fließt in die Mannschaftskasse und soll für einen gemeinsamen Abend verwendet werden: „Es geht in die Mannschaftskasse und davon werden wir uns bald mal einen schönen Mannschaftsabend machen“, so Ikene.
Kapitänswahl und Rangfolge
Vor der Saison hatte Trainer Fabian Gerber (46) vier Spieler als Kandidaten für das Kapitänsamt nominiert. Die Mannschaft wählte anschließend Maxime Awoudja (28) zum neuen Kapitän, der damit auf Til Linus Schwarz (26) folgt. Schwarz, ein Eigengewächs von Rot-Weiß Erfurt, landete bei der Abstimmung auf dem zweiten Platz. Da sowohl Awoudja als auch Schwarz am ersten Spieltag nicht in der Startelf standen, übernahm Ikene als dritter Kapitän die Binde und führte das Team auf den Platz.
Emotionales Comeback nach langer Verletzung
Für Ikene war die Partie nicht nur wegen der Kapitänsbinde besonders. Seit November 2025 hatte er aufgrund eines Kreuzbandrisses gefehlt. „Das war ein großer Augenblick für mich, erstmals wieder hier in diesem Stadion zu spielen. Ich war voller Adrenalin“, gestand er. Der 21-Jährige betonte, dass das Vertrauen der Mitspieler und des Trainerstabs nicht selbstverständlich sei, zumal er monatelang verletzt ausgefallen war. „Das Vertrauen zu bekommen, ist nicht selbstverständlich, zumal ich monatelang verletzt gefehlt habe“, sagte er.
Großer Rückhalt im Team
Die Kapitänswahl zeigte, dass Ikene trotz seiner Verletzungspause hohes Ansehen in der Mannschaft genießt. Er selbst will diese Rolle mit ganzem Herzen ausfüllen: „Ich nehme diese Rolle von Herzen an und will der Mannschaft das Vertrauen zurückgeben“, sagte er. Der Kreuzbandriss ist mittlerweile gut verheilt, und Ikene hat keinerlei Probleme mehr. Die Saison hat für Rot-Weiß Erfurt und ihren jungen Kapitän vielversprechend begonnen – auch wenn der Einstand finanziell etwas kostet.



