Spanien hat zum zweiten Mal die Fußball-Weltmeisterschaft gewonnen. Im Finale von East Rutherford besiegten die Iberer den Titelverteidiger Argentinien mit 1:0 (0:0, 0:0) nach Verlängerung. Das entscheidende Tor erzielte Ferran Torres in der 106. Minute vor 80.663 Zuschauern.
Torres verhindert Messis Happy End
Damit platzte der Traum von Lionel Messi, der mit 39 Jahren seine sechste WM spielte und den Titel erfolgreich verteidigen wollte. Der Superstar blieb im Finale blass und konnte sich nicht entscheidend in Szene setzen. Spanien dominierte über weite Strecken und ließ nur wenige Chancen der Argentinier zu. Argentiniens Mittelfeldspieler Enzo Fernández sah in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit die Gelb-Rote Karte nach einem Foulspiel. Zuvor hatte er bereits wegen Reklamierens eine Verwarnung erhalten.
Spanien souverän im Turnierverlauf
Die Mannschaft von Trainer Luis de la Fuente, der mit 65 Jahren der älteste Trainer der WM-Geschichte wurde, kassierte im gesamten Turnier nur ein Gegentor – beim 2:1 im Viertelfinale gegen Belgien. Im Halbfinale hatten sie die Offensive Frankreichs mit 2:0 ausgeschaltet. De la Fuente vertraute im Endspiel auf dieselbe Startelf wie zuvor.
Argentinien hingegen zeigte sich in der K.o.-Phase angeschlagen, kämpfte sich aber mit späten Aufholjagden und zwei Verlängerungen ins Finale. Messi hatte das Team mit acht Toren und vier Assists dorthin geführt. Im Endspiel blieb die Offensive jedoch über 110 Minuten wirkungslos.
Erste Halbzeit geprägt von Respekt
Die erste Halbzeit verlief zäh, beide Teams neutralisierten sich weitgehend. Spaniens Lamine Yamal und Messi hatten die ersten Szenen, doch beide Abschlüsse waren ungefährlich. Erst kurz vor der Pause wurde Spanien gefährlicher: Mikel Oyarzabal prüfte Argentiniens Torhüter Emiliano Martínez mit einem Flachschuss, und Marc Cucurella verfehlte das Tor knapp.
Nach der Halbzeitpause erhöhte Spanien den Druck. Martínez zeigte Unsicherheiten, unter anderem bei einem Schuss von Dani Olmo. Argentinien kam offensiv kaum noch vor, und nach Fernández' Platzverweis ging es nur noch ums Elfmeterschießen. Ein Tor von Nico Williams wurde wegen eines Fouls an Nicolas Otamendi nicht anerkannt.
Torres erlöst Spanien in der Verlängerung
In der 106. Minute schlug Torres dann zu. Der eingewechselte Stürmer nahm eine Vorlage direkt mit links und erzielte das 1:0. Damit wiederholte Spanien den Triumph von 2010, als Andrés Iniesta ebenfalls in der Verlängerung das Siegtor erzielte. Argentinien versuchte in der Folge noch einmal alles, kam aber nicht zum Ausgleich.
Neben US-Präsident Donald Trump und FIFA-Boss Gianni Infantino verfolgten zahlreiche Prominente das Spiel, darunter Tom Cruise, Rihanna, David Beckham und Jay-Z. Für Argentinien war es die verpasste Chance, als drittes Team nach Italien (1934, 1938) und Brasilien (1958, 1962) den Titel erfolgreich zu verteidigen.



