Kevin Keegan, einer der größten Fußballer aller Zeiten, ist tot. Der zweimalige „Fußballer des Jahres in Europa“ starb am Montag im Alter von 75 Jahren an Krebs. Die Nachricht löste weltweit eine Welle der Betroffenheit aus. Zahlreiche Vereine, Weggefährten und Fans trauern um die Legende, die den Hamburger SV 1979 zur deutschen Meisterschaft und 1980 ins Finale des Europapokals der Landesmeister führte.
Keegans Erfolge beim HSV und FC Liverpool
Keegan spielte nur drei Spielzeiten für den HSV, prägte die Bundesliga jedoch nachhaltig. Mit den Hamburgern holte er 1979 den Meistertitel und erreichte 1980 das Finale des Europapokals der Landesmeister, das 0:1 gegen Nottingham Forest verloren ging. Noch erfolgreicher war er beim FC Liverpool: Mit den „Reds“ gewann er den Europapokal der Landesmeister (1977), zweimal den UEFA-Pokal (1973, 1976) und dreimal die englische Meisterschaft (1973, 1976, 1977). Der FC Liverpool würdigte ihn mit den Worten: „Sein unbezwingbarer Geist und seine bemerkenswerten Leistungen werden für immer Teil unserer Geschichte bleiben, und sein Vermächtnis wird fortbestehen.“
Trauer bei Newcastle United und in England
Newcastle United, wo Keegan sowohl als Spieler als auch als Trainer wirkte, zeigte sich tief getroffen: „Wir sind zutiefst erschüttert über die Nachricht vom Tod Kevin Keegans, einer der prägendsten, einflussreichsten und am meisten geliebten Persönlichkeiten in der Geschichte unseres Vereins. Kevin war mehr als nur ein legendärer Fußballer und Trainer. Für Generationen von Fans war er das schlagende Herz von Newcastle United.“ Die englische Presse würdigte ihn ebenfalls. Die BBC hob hervor: „Er war außerordentlich begabt, ehrlich, anständig, fleißig und emotional. Es gab Höhen und Tiefen, doch die positive Ausstrahlung und Lebendigkeit, die er mitbrachte, machten ihn zu einer geschätzten Persönlichkeit.“ Die „Sun“ schrieb schlicht: „‚King Kev‘ ist gegangen.“
Stimmen von Weggefährten
Alan Shearer, der unter Keegan in Newcastle spielte, schrieb emotional: „Mein Held. Mein Manager. Mein Freund. Ruh dich aus, Boss.“ Prinz William, Thronfolger und Präsident des englischen Fußballverbands, erklärte: „Ein wahrhaft außergewöhnlicher Fußballer und Trainer, der Generationen mit seinem Talent, seiner Leidenschaft und seiner Liebe zum Spiel begeisterte. Vor allem wird er als gütiger und großzügiger Mensch in Erinnerung bleiben.“ Auch in Deutschland trauerten ehemalige Weggefährten. Günter Netzer, Keegans Manager beim HSV, sagte zu BILD: „Mich hat in letzter Zeit keine Nachricht so sehr getroffen, wie die des Todes von Kevin.“ Horst Hrubesch, sein Sturmpartner beim HSV, fügte hinzu: „Ich bin immens traurig. Schade, dass so ein toller Mensch von uns gegangen ist. Als Typ war er unerreicht. Er war immer gerade und ehrlich, war allen Menschen offen und freundlich gegenüber.“
Keegans Vermächtnis
Der HSV veröffentlichte ein Statement: „Mit Kevin Keegan verliert der Weltfußball eine seiner prägendsten Persönlichkeiten. Wir werden unserem ehemaligen Meisterspieler und zweifachen Ballon-d’Or-Gewinner stets ein ehrendes Andenken bewahren.“ Keegan, der wegen seiner Spielweise den Spitznamen „Mighty Mouse“ trug, bleibt als einer der besten Spieler der Bundesliga-Geschichte in Erinnerung, obwohl er nur drei Spielzeiten für den HSV am Ball war. Sein Tod hinterlässt eine Lücke in der Fußballwelt.



