Der Hamburger Hafenkonzern HHLA hat seine Umsatz- und Gewinnprognosen für das laufende Jahr gesenkt. Grund sind stärkere operative Beeinträchtigungen durch Umbaumaßnahmen zur Automatisierung der Containerterminals als ursprünglich angenommen, wie das von der Stadt Hamburg und der Reederei MSC kontrollierte Unternehmen am Dienstag mitteilte. Auch die Folgen des Wintereinbruchs zu Jahresbeginn könne die HHLA wohl nicht mehr vollständig kompensieren.
Geringerer Umsatzanstieg erwartet
Für den Teilkonzern Hafenlogistik rechnet die HHLA nun mit einem weniger starken Umsatzanstieg. Das operative Betriebsergebnis (Ebit) soll mit 135 bis 155 Millionen Euro niedriger ausfallen als bisher erwartet. Zuvor hatte das Unternehmen eine Spanne von 160 bis 180 Millionen Euro in Aussicht gestellt.
Die Automatisierungsprojekte an den Hamburger Containerterminals, die langfristig die Effizienz steigern sollen, haben kurzfristig zu Produktionsausfällen und Verzögerungen geführt. Hinzu kamen die Auswirkungen des Wintereinbruchs, der den Hafenbetrieb beeinträchtigte. „Die Kombination aus baubedingten Einschränkungen und den Folgen des Wintereinbruchs hat unsere Erwartungen übertroffen“, sagte ein Sprecher der HHLA.
Hintergrund: HHLA und MSC
Die HHLA wird mehrheitlich von der Stadt Hamburg gehalten, die rund 69 Prozent der Anteile besitzt. Die weltgrößte Reederei MSC ist seit 2023 mit etwa 30 Prozent beteiligt. MSC hatte die Anteile von der Stadt erworben, um die Zusammenarbeit zu vertiefen. Die Reederei ist ein wichtiger Kunde der HHLA und nutzt die Hamburger Terminals für ihre Containerschiffe.
Die Prognosesenkung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die globale Schifffahrt unter Druck steht. Die Nachfrage nach Containertransporten ist zuletzt gesunken, während die Kosten gestiegen sind. Die HHLA leidet zudem unter der Konkurrenz anderer Nordseehäfen wie Rotterdam und Antwerpen.
Ausblick und Maßnahmen
Die HHLA will die Automatisierungsprojekte fortsetzen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. „Wir ziehen die richtigen Lehren aus den aktuellen Herausforderungen und werden unsere Planungen entsprechend anpassen“, so der Sprecher. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen nun mit einem Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro, nach zuvor 1,6 Milliarden Euro. Die endgültigen Zahlen werden im März 2027 veröffentlicht.



