Blau-weiß und braun-weiß gekleidete, fröhliche Menschenmassen wälzten sich am Nachmittag durch den Potsdamer Stadtteil Babelsberg Richtung Karl-Liebknecht-Stadion. Zum Doppeljubiläum der Sportanlage – seit 100 Jahren gibt es den Sportplatz an der einstigen Priesterstraße, vor 50 Jahren wurde das Fußballstadion eröffnet – war ein Kiez-Fußballspektakel angekündigt.
Ausverkauftes Karli nach 25 Jahren
Und es wurde auch eines: Das Karli, wie das Stadion liebevoll abgekürzt wird, war nach 25 Jahren endlich wieder offiziell ausverkauft. 10.787 Menschen schauten sich das Freundschaftsspiel der beiden Kiezvereine SV Babelsberg 03 und FC St. Pauli an. Die beiden Teams sind seit Jahren befreundet, sodass das ganze Stadion ohne „Pufferzonen“ genutzt werden konnte.
Sportlich war es eine klare Sache, auch wenn der Hamburger Kultclub gerade aus der ersten Bundesliga abgestiegen ist, während Nulldrei seit Jahren zwei Ligen darunter in der Regionalliga Nordost spielt. Aber es ging weniger um den Sport, sondern mehr um ein gemeinsames Stadionfest. Und das wurde gefeiert im ausverkauften Karli.
Oberbürgermeisterin eröffnet das Spiel
Wie vor 50 Jahren trat eine Oberbürgermeisterin den ersten Ball des Spiels: Noosha Aubel (parteilos) schoss allerdings nicht wie einst Brunhilde Hanke ein Tor. Spieler und Fans gleichermaßen zelebrierten den besonderen Fußballnachmittag: die Spieler mit einem kleinen Torfestival beim 1:4. Die Zuschauer mit Choreografien, gemeinsamen Fangesängen und bisweilen Pyro-Effekten.
In der Halbzeitpause wurden die früheren Motor Babelsberg-Spieler des Eröffnungsspiels vom 10. Juli 1976 auf dem Rasen gefeiert. Im Anschluss an das Jubiläumsspiel stieg ein großes Stadionfest mit Livemusik und vielen Erinnerungen an große Spiele in Babelsberg.
Spendable Geste der St. Pauli-Fans
Nach dem Spielende zeigten sich die St.-Pauli-Fans außerdem mit einer kleinen Geste spendabel: Dutzendfach flogen die Pfandbecher auf den Rasen, um so den zuvor bezahlten Pfand an Babelsberg zu spenden. Das Freundschaftsspiel war nicht nur ein sportliches Ereignis, sondern ein echtes Kiezfest, das die Verbundenheit der beiden Vereine und ihrer Fans unterstrich.



