Jens Stage (29) steht trotz seines erklärten Wechselwunsches beim Trainingsauftakt von Werder Bremen auf dem Rasen. Der dänische Mittelfeldspieler, der in den vergangenen beiden Spielzeiten jeweils zehn Tore erzielte und damit bester Torschütze der Bremer war, zeigte sich in der ersten Einheit unter Trainer Daniel Thioune (51) voll einsatzbereit. Ein Wechsel zum Europa-League-Klub TSG 1899 Hoffenheim liegt derzeit auf Eis, da das bisherige Ablöseangebot zu niedrig war. Dennoch ist ein Abschied nicht endgültig vom Tisch.
Thioune schwärmt von Stages Einsatz
Thioune geriet nach der Trainingseinheit geradezu ins Schwärmen: „Wenn der Spieler aktuell kein Commitment zu uns hätte, wäre er heute nicht so aufgetreten. Wie er die Bälle reingeschossen hat, wie viel Spaß er hatte – das war der Jens, den ich kenne. Und das ist der Spieler, den ich in der nächsten Saison gern in meinem Team hätte.“ Damit nimmt der Trainer den Fans die Sorge, dass Stage bei einem Verbleib nach dem 1. September, wenn das Transferfenster schließt, nicht mehr die volle Leistung bringen könnte.
Der Däne, der noch einen Vertrag bis 2028 besitzt, hatte zuvor seinen Wechselwunsch geäußert. Doch auf dem Trainingsplatz gab er laut Thioune keinerlei Anlass zur Kritik: „Wenn der Spieler aktuell kein Commitment zu uns hätte, wäre er heute nicht so aufgetreten.“
Keine schnelle Entscheidung über Verbleib
Mit einer schnellen Entscheidung über Stages Zukunft ist nicht zu rechnen. Thioune erklärte: „Ich frage nicht: Pass auf, was hast du vor? Was willst du machen? Es ist das normale Trainer-Spieler-Gespräch, das wir führen. Und dann äußere ich eine gewisse Erwartungshaltung. Wenn jemand bei uns unter Vertrag steht, darf er auch Leistung anbieten.“
Der Trainer betonte die wirtschaftlichen Aspekte, die bei einem möglichen Transfer eine Rolle spielen: „Es gibt Dinge, auf die ein Trainer keinen Einfluss nehmen kann, sondern die man als Verein sehen muss. Das sind zum Beispiel wirtschaftliche Gründe. Am Ende muss Jens selbst entscheiden, was für ihn gut und was für ihn wichtig ist. Ich kann ihm nur aufzeigen, wie die Arbeit mit uns aussehen kann.“
Stage selbst äußerte sich nicht öffentlich zu seiner Situation. Klar ist jedoch, dass er bei einem Verbleib in Bremen weiterhin eine zentrale Rolle im Team von Thioune spielen würde. In den vergangenen beiden Saisons war er mit jeweils zehn Treffern der erfolgreichste Torschütze der Grün-Weißen.
Hoffenheim-Transfer liegt auf Eis
Der mögliche Wechsel zu Hoffenheim, das in der kommenden Saison in der Europa League antritt, scheint derzeit unwahrscheinlich. Die Kraichgauer boten nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur zu wenig Ablöse, sodass Werder Bremen das Angebot ablehnte. Ein Abschied ist jedoch nicht ausgeschlossen, falls ein anderer Klub ein passendes Angebot vorlegt oder Hoffenheim seine Offerte nachbessert.
Thioune zeigte sich gelassen: „Er steht hier auf dem Trainingsplatz, entschieden ist aber nichts. Ich würde es begrüßen, wenn er auch nach dem 1.9. noch bei uns auf dem Platz steht.“ Bis dahin bleibt die Tür für einen Wechsel offen, doch Stage scheint bereit, auch im Falle eines Verbleibs voll für Werder zu kämpfen.



