Österreichs lang ersehntes WM-Comeback ist im Sechzehntelfinale gegen Europameister Spanien mit einer 0:3-Niederlage geendet. Marko Arnautovic weinte nach dem letzten Länderspiel seiner Karriere auf dem Rasen, während Kapitän David Alaba und die Mannschaft den Abschied mit erhobenem Kopf suchten. „Ja, es tut auf jeden Fall sehr weh. Es sind auch Tränen geflossen in der Kabine“, sagte Alaba. „Grundsätzlich, glaube ich, stimmt der Weg. Wir waren jetzt seit fast 30 Jahren nicht bei einer Weltmeisterschaft. Dementsprechend glaube ich, ist der Weg der richtige.“
Spanien eine Nummer zu groß
Das 3:0 des Europameisters durch Tore von Mikel Oyarzabal (36./89. Minute) und Pedro Porro (66.) spiegelte die Überlegenheit wider. Österreich war sich der schweren Aufgabe seit der Auslosung am 12. Dezember bewusst. „Wir wussten ja schon am 12. Dezember, dass wir die mit Abstand schwierigste Gruppe haben von allen“, sagte der deutsche Trainer Ralf Rangnick. Weltmeister Argentinien, Algerien und Jordanien waren die Gegner in Gruppe J, die Österreich nach einer dramatischen Schlussphase gegen Algerien auf Rang zwei beendete. Damit war klar, dass es im Sechzehntelfinale gegen Spanien gehen würde.
Alaba: „Glück muss man sich erarbeiten“
„In solchen Spielen muss man sich, glaube ich, das Glück auch irgendwo erarbeiten. Wir haben das Zeug dazu, auch vielleicht irgendwo so einen Gegner an einem überragenden Tag zu schlagen“, sagte Alaba. „Da muss aber natürlich alles stimmen, das ist uns natürlich auch bewusst. Da ist schon noch Luft nach oben.“ Der 34-Jährige ließ seine Zukunft in der Nationalmannschaft offen. „Ich habe mir überhaupt keine Gedanken gemacht um meine Zukunft, auch auf Club-Ebene um meine Zukunft. Ich war wirklich hier und jetzt sehr, sehr konzentriert und fokussiert auf diese Weltmeisterschaft. Und habe da wirklich nur darauf meinen Fokus gelegt“, sagte der ehemalige Bayern-Profi. Sein Vertrag bei Real Madrid war Ende Juni ausgelaufen.
Arnautovic-Abschied bewegt die Mannschaft
Alaba sprach mit langen Pausen in den Katakomben des Los-Angeles-Stadiums – die Emotionen durch das Aus und den Abschied des 37-jährigen Arnautovic waren ihm anzusehen. Bayern-Profi Konrad Laimer sagte: „Er hat immer alles gegeben, er ist immer vorangegangen. Dafür gibt es einen großen Respekt von meiner Seite. Ich bin froh, dass ich so ein kleiner Teil seines Weges sein konnte.“ Laimer betonte den Willen, den nächsten Schritt zu gehen: „Wir wollen den nächsten Schritt gehen, wir müssen den nächsten Schritt gehen.“ Für die richtigen Schlüsse brauche es aber einen Moment. „Heute ist es schwierig, heute überwiegt die Enttäuschung“, sagte er. „Es wird sicher genug Analysen geben, es wird genug richtige Entscheidungen geben. Da bin ich mir sicher, dass wir da auch sehr viel Positives rausziehen können aus der Weltmeisterschaft.“
Österreichs Weg nach 28 Jahren WM-Pause
Österreich hatte sich erstmals seit 1998 wieder für eine Weltmeisterschaft qualifiziert. Das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko war von Beginn an eine Riesenaufgabe. Trotz des frühen Ausscheidens überwog bei vielen Spielern der Stolz auf die erreichte Leistung. Die Mannschaft zeigte in der Gruppenphase Moral und kämpfte sich gegen starke Gegner ins Sechzehntelfinale. Nun gilt es, aus den Erfahrungen zu lernen und den Weg für die Zukunft zu ebnen – für die EM 2028 und darüber hinaus.



