Schwere Verletzungen an Schulter und Bein haben für Florian Lipowitz das vorzeitige Aus bei der Tour de France bedeutet. Der 25-jährige Deutsche stürzte beim Zeitfahren in einer Rechtskurve und musste das Rennen aufgeben. Gestützt von einem Betreuer bestieg er den Medical Truck, wo eine erste Diagnose gestellt wurde. Seine Freundin Antonia Weeger eilte wenig später zu ihm.
Pogacar und Evenepoel äußern sich betroffen
Tour-Dominator Tadej Pogacar zeigte sich erschüttert: „In der Kurve, in der Lipo gestürzt ist, bin ich ebenfalls fast zu Fall gekommen. Ich hoffe, Lipo ist okay“, sagte der Slowene. „Wir haben gesehen, was an nur einem Tag hier passieren kann.“ Auch Remco Evenepoel, der das Zeitfahren gewann, äußerte sich: „Ich habe gehört, dass Florian gestürzt ist. Das gibt dem Ganzen einen faden Beigeschmack. Ich wünsche ihm gute Besserung.“
Sturzhergang und Folgen für die Gesamtwertung
Lipowitz war als Gesamtfünfter in die 26,1 Kilometer lange Etappe gestartet und lieferte bis zum Sturz ein exzellentes Rennen ab. Nur Evenepoel und Pogacar waren schneller. Rund acht Kilometer vor dem Ziel rutschte ihm in einer Rechtskurve das Vorderrad weg. Er schlug auf dem Asphalt auf und rutschte an den Bordstein. Wenig später hatte Pogacar an derselben Stelle zweimal Probleme mit dem Hinterrad. Evenepoel gewann das Zeitfahren mit 28 Sekunden Vorsprung auf Pogacar. In der Gesamtwertung liegt Evenepoel nun Zweiter, Pogacar führt mit 4:32 Minuten Vorsprung.
Gemischte Gefühle bei Red Bull
Der sportliche Leiter von Red Bull, Klaas Lodewyck, beschrieb die Stimmung: „Es ist sehr bitter, das zu sehen. Es sind gemischte Emotionen: Einmal zum Mond durch den Sieg von Remco, aber der Verlust von Lipo war ein schwerer Schlag für das Team.“ Lipowitz ist nach dem Aus des Dänen Jonas Vingegaard der zweite Podiumsfavorit, der die Tour vorzeitig beenden musste. Der Schwabe war im Vorjahr sensationell Dritter der Frankreich-Rundfahrt geworden.
Nächtliche Dopingkontrolle vor dem Zeitfahren
Die Nacht vor dem Zeitfahren war für das Red-Bull-Team ungewöhnlich verlaufen. Gegen 22:00 Uhr erschienen Dopingkontrolleure und testeten alle acht Fahrer des Teams. Teamkollege Nico Denz berichtete der ARD: „Es ist noch im Rahmen. Ich war um 22:30 Uhr dran. Das ist besser als 2:00 Uhr nachts. Sie waren mit drei, vier Mann vor Ort. Das ging recht zackig, sie haben das professionell gemacht.“ Anders als bei den umstrittenen Nachtkontrollen von Pogacar (5 Uhr) und Vingegaard (2 Uhr) handelte es sich hier um eine reguläre Kontrolle.



