Thomas Müller kritisiert DFB-Zustand nach enttäuschender WM
Thomas Müller hat nach dem vorzeitigen Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft umfassende Reformen im Deutschen Fußball-Bund (DFB) gefordert. „Anpacken angesagt“, schrieb der Weltmeister von 2014 in einem Beitrag auf der Plattform LinkedIn. Der 36-Jährige, der mittlerweile für die Vancouver Whitecaps spielt, zeigte sich tief enttäuscht über die erneute Turnierenttäuschung.
„Nach fünf enttäuschenden Turnieren in Folge ist ein Konzept mit neuen, tiefgründigen Denkanstößen gefragt. Es braucht eine konsequente und moderne Spielerausbildung, die der zukünftigen Spielidee Rechnung trägt“, so Müller. Die DFB-Elf war im Sechzehntelfinale gegen Paraguay nach Elfmeterschießen mit 3:4 ausgeschieden – das Aus bereits in der K.o.-Runde der ersten Woche.
Müller: „Wir wollen, aber können nicht“
Der ehemalige Bayern-Star beschrieb seinen Schock über das Ausscheiden: „Wenn der 'deutsche Motor' als Team nicht rund läuft, fehlt uns einfach die individuelle Weltklasse, um das kompensieren zu können.“ Er verwies auf Topspieler anderer Nationen wie Kylian Mbappé, Harry Kane, Erling Haaland oder Lionel Messi, die den Unterschied ausgemacht hätten. „Ist bei allen das ehrliche Bewusstsein vorhanden, dass uns die Weltspitze enteilt ist?“, fragte Müller. Sein Fazit: „Wir wollen, aber können nicht.“
Bereits zuvor hatten Oliver Kahn und Bastian Schweinsteiger die Diskussion von Personaldebatten weggeführt und eine Debatte über Tugenden und Verantwortung der Spieler angestoßen. Offiziell steht seit Freitagmittag fest, dass Julian Nagelsmanns Zeit als Bundestrainer beendet ist. Als möglicher Nachfolger wird Jürgen Klopp gehandelt, mit dem der DFB laut Verbandsmitteilung Gespräche führen will.
Keine konkrete Aussage zu Nagelsmann oder Klopp
Auf die Personalien Nagelsmann und Klopp ging Müller in seinem LinkedIn-Beitrag nicht ein. Stattdessen forderte er allgemein: „Wir benötigen Verantwortungsbewusstsein, Fachwissen und auch den Mut, die notwendigen Veränderungen anzustoßen, um in der Zukunft wieder bis zum Schluss auf dem Parkett der großen Fußballbühne zu tanzen.“
Die DFB-Elf hatte bereits bei den Weltmeisterschaften 2018 und 2022 das Achtelfinale verpasst, ebenso bei den Europameisterschaften 2021 (Achtelfinale) und 2024 (Viertelfinale). Damit ist die Bilanz der jüngsten fünf Turniere durchweg enttäuschend. Müller betonte die Dringlichkeit von Reformen: „Es braucht neue Denkanstöße und eine moderne Ausbildung, die zur zukünftigen Spielidee passt.“



