Tour-Aus nach Sturz: Lipowitz erleidet Schlüsselbeinbruch
Tour-Aus: Lipowitz nach Sturz mit Schlüsselbeinbruch

Der deutsche Radprofi Florian Lipowitz hat die Tour de France nach einem heftigen Sturz im Einzelzeitfahren der 16. Etappe aufgeben müssen. Der 25-Jährige von Red Bull-Bora-hansgrohe stürzte in Thonon-les-Bains in einer Rechtskurve und prallte bei hoher Geschwindigkeit gegen eine Absperrung. Wie sein Team mitteilte, erlitt Lipowitz einen Schlüsselbeinbruch. Er hielt sich nach dem Unfall die rechte Schulter und wurde zunächst zu einem Krankenwagen geführt. Rund 40 Minuten später betrat er, gestützt von einem Betreuer, mit sichtbaren Wunden an Schulter und Bein den Medical Truck.

Unfall im Kampf gegen die Uhr

Lipowitz lag vor der Etappe auf dem fünften Gesamtrang und war bei den Zwischenzeiten des Zeitfahrens in aussichtsreicher Position. Teamchef Ralph Denk analysierte den Sturz im teameigenen Podcast: „In der entscheidenden Kurve war er letztlich viel zu schnell und ist sie zu optimistisch angegangen. Ich sehe hier keine Schuld bei jemand anderem. Das war ein Rennunfall im Eifer des Gefechts. Wenn es um etwas geht, muss man Risiken eingehen – in diesem Fall hat er ein Stück weit zu viel riskiert.“

Evenepoel siegt – und spricht von „bittersüßem“ Erfolg

Das Zeitfahren über 26,1 Kilometer gewann Lipowitz' Teamkollege Remco Evenepoel. Der Zeitfahr-Weltmeister und Doppel-Olympiasieger distanzierte den Gesamtführenden Tadej Pogacar um 28 Sekunden. Dritter wurde der Däne Mattias Skjelmose (Lidl-Trek) mit 1:04 Minuten Rückstand. Für Evenepoel war es der vierte Tour-Tagessieg seiner Karriere und der zweite in Folge. Über den Sturz von Lipowitz sagte er im Siegerinterview: „Das ist ein großes Unglück. Es ist ein bittersüßer Sieg. Ich wünsche ihm das Allerbeste.“

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Auch Pogacar, der an derselben Stelle beinahe ebenfalls gestürzt wäre, schickte Genesungswünsche: „Ich bin an derselben Stelle auch fast gestürzt. Ich hoffe, dass Lipo okay ist.“ Im Kampf um das Gelbe Trikot liegt Pogacar weiter klar vorne – jetzt 4:32 Minuten vor Evenepoel, der in den Bergen deutlich schwächer ist als der Slowene. Dritter ist der Mexikaner Isaac del Toro, 6:51 Minuten hinter dem viermaligen Toursieger.

Zweiter prominenter Ausfall binnen 48 Stunden

Lipowitz wird Paris, wo er 2025 sensationell als Gesamtdritter und Träger des Weißen Trikots eingefahren war, nicht auf dem Rad erreichen. Er ist der zweite prominente Ausfall innerhalb von zwei Tagen. Erst am Sonntag war der zweimalige Tour-Champion Jonas Vingegaard (Visma-Lease a bike) nach einem Sturz ausgeschieden.

Dopingkontrollen vor dem Zeitfahren

Gesprächsstoff bot auch das Thema Dopingkontrollen. Teamchef Ralph Denk berichtete im ZDF, dass das Red-Bull-Team am Montagabend zwischen 22 und 23 Uhr getestet wurde – also noch vor dem Zeitraum, in dem nächtliche Kontrollen nur bei konkretem Verdacht zulässig sind. Denk räumte ein, dass die Maßnahme die Regeneration beeinträchtige, zeigte aber Verständnis. Auch der deutsche Red-Bull-Profi Nico Denz sagte in der ARD: „So ist es eben. Immerhin war die Kontrolle nicht um zwei Uhr nachts, sondern gegen halb elf.“ Vingegaard war in der Nacht zu Sonntag um 2 Uhr getestet worden und stürzte am selben Tag – nun ereilte dieses Schicksal auch Lipowitz.

Ausblick auf die 17. Etappe

Vor der spektakulären Alpentrilogie, in der die großen Entscheidungen im Gesamtklassement fallen werden, wartet am Mittwoch eine etwas entspanntere 17. Etappe auf das Peloton. Der Kurs führt über 174,7 Kilometer nach Voiron und begünstigt einen Ausreißererfolg. Die Sprinter hoffen auf eine letzte Chance.

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