Die 113. Tour de France hat einen schweren Schlag für den dänischen Radsportstar Jonas Vingegaard gebracht. Der zweimalige Champion (2022, 2023) musste am Sonntag auf der 15. Etappe nach einem folgenschweren Sturz aufgeben. Der 29-Jährige, der zu diesem Zeitpunkt den zweiten Platz im Gesamtklassement belegte, kam etwa 20 Kilometer vor dem Ziel in einer unübersichtlichen Kurve zu Fall.
Sturz im Kreisverkehr: Vingegaard und Kuss auf dem Asphalt
Nach Angaben von Augenzeugen fuhr Vingegaard an der Spitze des Verfolgerfelds gemeinsam mit mehreren Teamkollegen von Visma-Lease a Bike in einen Kreisverkehr. Bei hohem Tempo verlor er die Kontrolle und stürzte schwer. Dabei riss er seinen US-amerikanischen Teamkollegen Sepp Kuss mit zu Boden. Auch Isaac Del Toro und Felix Großschartner, die für das Team des Gesamtführenden Tadej Pogacar fahren, stürzten, konnten das Rennen jedoch fortsetzen. Pogacar selbst, der nur wenige Positionen hinter Vingegaard in den Kreisverkehr eingefahren war, blieb unbeteiligt.
Verdacht auf Schlüsselbeinbruch: Vingegaard im Rettungswagen
Vingegaard hielt sich nach dem Sturz sitzend den rechten Arm. Die Eurosport-Experten um den ehemaligen Profi Jens Voigt äußerten per Ferndiagnose den Verdacht auf einen Schlüsselbeinbruch. Mit schmerzverzerrtem Gesicht und dem Arm in einer Schlinge wurde der Däne in einen Rettungswagen gebracht. Das Rennen war damit für ihn beendet. Eine offizielle Bestätigung der Verletzung stand zunächst aus.
Bitteres Aus für den Mitfavoriten
Vingegaard hatte die Tour de France 2022 und 2023 gewonnen. In den Jahren 2021, 2024 und 2025 wurde er jeweils Zweiter. In dieser Saison siegte er bereits beim Giro d'Italia, doch gegen den slowenischen Dominator Tadej Pogacar war er auch in diesem Jahr chancenlos. Sein Ausfall bedeutet einen herben Rückschlag für das Team Visma-Lease a Bike.
Rücktrittsgedanken im vergangenen Jahr
Erst am ersten Ruhetag hatte Vingegaard in einem Interview mit dem dänischen Fernsehsender TV2 über seine schwierige mentale Verfassung im Vorjahr gesprochen. „Ich habe letztes Jahr gesagt: Wenn es so weitergehen soll, dann kann ich das nicht mehr machen. Deshalb haben wir auch einige Dinge geändert. Ich glaube, auch das Team hat erkannt, wie die Lage war. Sie haben mir angemerkt, dass ich im letzten Jahr nicht glücklich war“, sagte der 29-Jährige.
Das Aus für Vingegaard verändert das Gesamtklassement der Tour grundlegend. Pogacar, der das Rennen anführt, hat nun einen seiner größten Konkurrenten verloren. Die 15. Etappe endete mit einem Sieg des Belgiers Jasper Philipsen im Massensprint.



