Die 16. Etappe der Tour de France, ein Einzelzeitfahren über 30 Kilometer, bot am Sonntag sowohl Triumph als auch Tragik für das Team Red Bull-Bora-hansgrohe. Remco Evenepoel sicherte sich mit einer überragenden Fahrt den Etappensieg, während sein deutscher Teamkollege Florian Lipowitz nach einem schweren Sturz die Rundfahrt vorzeitig beenden musste.
Evenepoel dominiert das Zeitfahren
Der belgische Meister Remco Evenepoel legte auf dem anspruchsvollen Kurs mit hügeligem Profil die schnellste Zeit hin. Er verwies den zweitplatzierten Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) um 18 Sekunden auf den zweiten Rang. Der Gesamtführende Jonas Vingegaard (Jumbo-Visma) belegte mit einem Rückstand von 34 Sekunden den dritten Platz. Evenepoel zeigte sich nach dem Rennen erleichtert: „Es war ein perfekter Tag für mich. Ich habe mich stark gefühlt und alles gegeben. Der Sieg ist eine Belohnung für das Team.“
Schwerer Sturz von Florian Lipowitz
Die Freude über den Erfolg wurde jedoch durch den Sturz von Florian Lipowitz überschattet. Der 23-jährige Deutsche verlor in einer schnellen Rechtskurve die Kontrolle über sein Rad und prallte heftig gegen einen Begrenzungszaun. Lipowitz blieb zunächst regungslos am Boden liegen, wurde aber schnell von den Rennärzten versorgt. Nach ersten Untersuchungen wurde er mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung und Prellungen ins Krankenhaus gebracht. Sein Team gab später bekannt, dass er die Tour nicht fortsetzen könne. „Florian geht es den Umständen entsprechend, aber er muss sich ausruhen. Wir sind alle schockiert“, sagte Sportdirektor Rolf Aldag.
Auswirkungen auf das Gesamtklassement
Im Gesamtklassement führte der Sturz zu keiner Veränderung der Spitzenpositionen. Jonas Vingegaard verteidigte das Gelbe Trikot mit einem Vorsprung von 1:23 Minuten vor Tadej Pogacar. Evenepoel rückte durch seinen Etappensieg auf den vierten Gesamtrang vor, hat aber weiterhin über drei Minuten Rückstand auf den Führenden. Der Ausfall von Lipowitz, der als Edelhelfer für Evenepoel eingeplant war, schwächt das Team für die verbleibenden Bergetappen.
Reaktionen aus dem Fahrerfeld
Der Sturz von Lipowitz löste im Fahrerfeld Betroffenheit aus. „Das ist schlimm zu sehen. Wir wünschen Florian gute Besserung“, sagte der Gesamtdritte Jai Hindley (Bora-hansgrohe). Auch Evenepoel äußerte sich besorgt: „Es ist ein Schock. Wir sind ein Team, und solche Momente sind schwer zu verkraften. Ich widme den Sieg ihm.“
Ausblick auf die Bergetappen
Die Tour de France geht am Montag mit der 17. Etappe in die Alpen. Auf dem Programm stehen drei schwere Anstiege, darunter die berüchtigte Abfahrt vom Col de la Loze. Das Team Red Bull-Bora-hansgrohe muss nun ohne Lipowitz auskommen, der als wichtiger Helfer in den Bergen vorgesehen war. Evenepoel bleibt dennoch optimistisch: „Wir werden uns anpassen und weiterkämpfen. Das Rennen ist noch lang.“



