Tour de France: Pogacar trauert um Vingegaard und kritisiert Dopingkontrollen
Tour: Pogacar trauert um Vingegaard und kritisiert Kontrollen

Die Tour de France hat ihren tragischen Höhepunkt erreicht: Jonas Vingegaard, Zweiter der Gesamtwertung, ist nach einem schweren Sturz ausgestiegen. Tadej Pogacar zeigte sich tief betroffen und kritisierte zugleich die nächtlichen Dopingkontrollen, die seiner Meinung nach zum Sturz beigetragen haben könnten. Der deutsche Hoffnungsträger Florian Lipowitz muss teamintern wohl zurückstecken.

Pogacar: „Die Tour wird nicht die gleiche sein ohne ihn“

„Das ist wirklich traurig, das zu sehen. Seit 2021 haben wir immer den Sieg ausgefochten untereinander. Am Anfang hatten wir nicht die beste Beziehung, aber die vergangenen Jahre sind wir so etwas wie Freunde geworden“, sagte Pogacar. „Die Tour wird nicht die gleiche sein ohne ihn“, fügte der viermalige Tour-Champion an. Vingegaard war 22 Kilometer vor der Bergankunft gestürzt und musste die Tour vorzeitig aufgeben. Der Däne erlitt einen Schlüsselbeinbruch und wird operiert werden müssen, wie sein Team Visma mitteilte.

Kritik an nächtlicher Dopingkontrolle

In der Nacht zuvor waren Pogacar und Vingegaard mitten in der Nacht kontrolliert worden. „Nach einer Nacht, bei der der Schlaf ruiniert wird, liegt es vielleicht daran. Seine Tour ist ruiniert. Es ist wirklich traurig“, sagte Pogacar, der die Etappe auf Rang zwei hinter Remco Evenepoel beendete. Der Slowene bezeichnete die Dopingprobe als „unmenschlich“. Pogacar selbst gab an, nur vier Stunden Schlaf bekommen zu haben, da er um fünf Uhr morgens getestet wurde. Auch Vingegaard war betroffen; die International Testing Agency (ITA) habe ihm „nicht erlaubt, viel zu schlafen“, sagte der Däne.

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Lipowitz wird abgehängt

Am Schlussanstieg selbst erlebte der deutsche Rad-Star Florian Lipowitz trotz des Aufrückens in der Gesamtwertung einen leichten sportlichen Rückschlag. Der 25-Jährige konnte etwa sieben Kilometer vor dem Ziel nicht mehr folgen. Sein Teamkollege Evenepoel – später am Berg jubelnder Tagessieger – folgte Pogacar und dürfte die Kapitänsfrage eine Woche vor Ankunft in Paris zu seinen Gunsten entschieden haben. „Es wird darauf hinauslaufen“, antwortete Lipowitz in der ARD auf die Frage, ob er Evenepoel unterstützen werde. „Ich bleibe zuversichtlich. Es ist noch lang und es kommen noch sehr harte Tage. Das größte Ziel ist, auf dem Podium jemanden zu haben.“

Evenepoel feiert ersten Etappensieg für Red Bull

Der fünfte Tagessieg von Titelverteidiger Pogacar blieb aus, denn Evenepoel besiegte den Slowenen im Schlusssprint und feierte den ersten Etappensieg für das deutsche Team Red Bull. Pogacars Teamkollege Isaac del Toro aus Mexiko wurde Dritter. Lipowitz kam 58 Sekunden nach Evenepoel ins Ziel. Lipowitz sagte, er sei „super happy“ über den Erfolg seines Kollegen. „Für unser Team ist das ein Riesenerfolg“, fügte der Tour-Dritte des vergangenen Jahres hinzu. Evenepoel selbst war überglücklich: „Ich bin gegen den besten Fahrer der Geschichte angetreten am letzten Berg – und sie haben auch versucht, die Etappe zu gewinnen“, sagte er. „Immer wieder gab es Kritik: Der kann nicht die langen Anstiege mitgehen. Deshalb ist das besonders schön. Das bedeutet unglaublich viel.“

Sturz von Vingegaard überschattet Finale

Doch bei den Ereignissen um Vingegaard rückte das fulminante Finale in den Hintergrund. Mit gesenktem Kopf und bandagierter rechter Schulter betrat Vingegaard später das Röntgen-Mobil. Der bisherige Gesamtzweite kam 22 Kilometer vor dem Ziel der 15. Etappe in einem Kreisverkehr zu Fall. Bandagiert am rechten Arm und an der Schulter stieg der Däne in einen Rettungswagen, ehe sich das Gefährt auf den Weg zum Röntgen-Mobil machte. „Jonas hat Schmerzen. Wir können noch nichts zu seiner Verletzung sagen. Das ist natürlich ein Schlag“, sagte Vingegaards sportlicher Leiter Marc Reef.

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Gesamtwertung: Pogacar baut Führung aus

In der Gesamtwertung steht Pogacar nun mit einem Abstand von fünf Minuten an der Spitze vor Evenepoel. Del Toro ist 5:58 Minuten Dritter hinter dem Slowenen. Lipowitz rückte vom sechsten auf den fünften Rang vor – 6:48 Minuten hinter Pogacar und 1:48 hinter Evenepoel, der beim kommenden Einzelzeitfahren großer Favorit ist. Der Sturz ereignete sich auf dem Weg zum Schlussanstieg zum Plateau de Solaison. Neben Vingegaard kamen auch Pogacars Teamkollege Felix Großschartner und del Toro zu Fall. Der Österreicher und der Mexikaner konnten aber weiterfahren.