Eine ehemalige Assistentin von Jeffrey Epstein, die unter dem Pseudonym Anya bekannt ist, hat erstmals öffentlich über die jahrelange psychische Misshandlung durch den verstorbenen Multimillionär gesprochen. In einem Bericht schildert sie detailliert, wie Epstein seine Assistentinnen systematisch kontrollierte, erniedrigte und zu Helfern seines Missbrauchssystems machte. Die Russin erzählt, wie aus einem Karriereversprechen totale Abhängigkeit wurde und wie Epstein ihre Beziehungen und ihr Aussehen steuerte.
Leben ohne Lohn und Freiheit
Anya beschreibt, dass sie und andere Assistentinnen ohne Lohn, ohne Krankenversicherung und ohne eigenes Bankkonto arbeiten mussten. Sie waren rund um die Uhr abrufbar und durften das Haus nur mit Erlaubnis verlassen. Epstein habe über ihre Körper verfügt, so Anya. Ein besonders drastisches Beispiel: Ein Tattoo, das Anya trug, gefiel Epstein nicht – also ließ er es operativ entfernen. „Er sagte, es sei unprofessionell und würde nicht zu seinem Image passen“, berichtet sie. Der Eingriff wurde ohne ihr Einverständnis durchgeführt.
Systematische Erniedrigung
Die Kontrolle erstreckte sich auch auf ihr Privatleben. Epstein habe bestimmt, mit wem sie sich treffen durfte, und überwachte ihre Telefonate und Nachrichten. „Er wollte sicherstellen, dass wir keine Beziehungen zu anderen Männern haben“, so Anya. Wer sich widersetzte, wurde bestraft – mit zusätzlichen Aufgaben oder Entzug von Privilegien. „Es war ein perfides System der Abhängigkeit“, sagt sie. „Man hatte das Gefühl, keine Wahl zu haben.“
Epsteins Missbrauchssystem
Laut Anya rekrutierte Epstein gezielt junge Frauen aus schwierigen Verhältnissen, oft aus Osteuropa, und lockte sie mit Versprechungen von Karriere und Reichtum. Stattdessen wurden sie in ein Netz aus Missbrauch und Erpressung verstrickt. „Er hat uns isoliert und abhängig gemacht“, erklärt sie. „Wir waren seine Werkzeuge, um andere Frauen zu rekrutieren und zu kontrollieren.“
Anya heute
Anya lebt heute unter neuer Identität und hat sich von den traumatischen Erlebnissen erholt. Sie hofft, dass ihre Geschichte andere Opfer ermutigt, sich zu melden. „Es ist wichtig, dass die Wahrheit ans Licht kommt“, sagt sie. „Epstein ist tot, aber sein System lebt weiter – wir müssen dagegen ankämpfen.“



