Algenproblem im Arendsee: Kein Einsatz von Fällmitteln erlaubt
Algenproblem im Arendsee: Kein Fällmittel-Einsatz

Der Altmarkkreis Salzwedel hat dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) untersagt, ein geplantes Verfahren zur Bekämpfung des Algenproblems im Arendsee anzuwenden. Die Behörde sieht die Risiken für das Ökosystem als unkalkulierbar an, wie sie am Montag mitteilte.

5.120 Tonnen Fällmittel sollten Phosphor binden

Der LHW wollte insgesamt 5.120 Tonnen eines sogenannten Fällmittels, ein Aluminiumsalz, in zwei Schritten in den See einbringen. Dieses sollte den im Wasser enthaltenen Phosphor binden, der als Nährstoff das Wachstum von Blaualgen fördert. Ziel war es, die Wasserqualität dauerhaft zu verbessern und die sommerlichen Badeverbote zu vermeiden.

Der Antrag für diese Restaurierungsmaßnahme wurde bereits 2015 gestellt, wie der Landkreis mitteilte. In den folgenden Jahren wurden die Unterlagen vervollständigt und mehrere Stellungnahmen eingeholt. Doch nun entschied die Kreisverwaltung: Die Risiken für das Ökosystem seien unkalkulierbar, die Maßnahme nicht nachhaltig und die Folgen für die Natur nicht absehbar.

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Keine grundsätzliche Absage

Der Landkreis betonte, dass es sich nicht um eine grundsätzliche Absage handele. Sollten neue Erkenntnisse oder geeignetere Verfahren vorliegen, werde man die Prüfung wieder aufnehmen. Der Arendsee, mit rund fünf Quadratkilometern der größte natürliche See Sachsen-Anhalts und über 50 Meter tief, leidet seit Jahren unter massiven Blaualgenblüten. Im Sommer kommt es immer wieder zu Badeverboten.

Eine einzelne Quelle für den hohen Phosphorgehalt wurde nie identifiziert. Vielmehr gelten allgemeine Umwelteinflüsse und frühere Abwasserbehandlungen als Ursachen. Der LHW hatte das Fällmittelverfahren als vielversprechend angesehen, doch die Bedenken des Landkreises wiegen schwerer.

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