Tuchel auf Beckenbauer-Spuren: Fluchen, Hungern, Siegen bei England-WM
Tuchel erinnert an Beckenbauer: Fluchen, Hungern, Siegen

Thomas Tuchel (52) steht mit der englischen Nationalmannschaft im Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Nach dem 2:1-Sieg im Viertelfinale gegen Norwegen sind die Three Lions nur noch zwei Siege vom ersten WM-Titel seit 1966 entfernt. Sollte Tuchel den Triumph schaffen, würde ihn König Charles zum Ritter schlagen – auch als Deutscher. Doch schon jetzt zeigt der ehemalige Bayern-Trainer auffällige Parallelen zu Franz Beckenbauer, der Deutschland 1990 zum WM-Titel führte.

Wutausbruch wie Beckenbauer 1990

Nach dem mühsamen 2:1 gegen Norwegen rastete Tuchel aus – genau wie Beckenbauer nach dem 1:0 im Viertelfinale gegen die Tschechoslowakei 1990. Der Kaiser trat damals vor Wut einen Eiskübel durch die Kabine, um sein Team auf den Boden zurückzuholen. Tuchel zeigte ähnliche Emotionen, obwohl sein Team gewonnen hatte. Die Spielweise war ihm zu schwach. „Wenn ihr glaubt, ihr seid die Größten – hole ich euch direkt auf den Boden zurück!“ – dieses Motto Beckenbauers scheint auch Tuchel zu verfolgen.

England siegt mit Tuchel wie Deutschland früher bei Turnieren: nicht schön, aber erfolgreich. Die Mannschaft zeigt eine effiziente, aber wenig spektakuläre Spielweise, die an die deutsche Nationalelf der 1990er Jahre erinnert. Tuchel selbst hat während der WM sichtbar an Gewicht verloren – eine weitere Parallele zu Beckenbauer, der 1990 insgesamt sieben Kilo abnahm. Beckenbauers Mutter Antonie war damals so besorgt, dass sie ARD-Legende Gerd Rubenbauer bat: „Sagen Sie dem Bua, er soll mehr essen!“

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Liebe und Hass: Tuchels ambivalentes Verhältnis zu Spielern

Doch es gibt auch einen Unterschied: Beckenbauer wurde von seinen Spielern fast ausnahmslos geliebt, Tuchel dagegen auch gehasst. Beim FC Bayern München gilt Tuchel als einer der schlechtesten Trainer der Vereinsgeschichte. Er fluchte ständig über seine Spieler, forderte neue Stars und hinterließ eine zerstrittene Kabine. Seine Zeit beim Rekordmeister endete im Streit.

Anders sieht es Kai Havertz, der mit Tuchel beim FC Chelsea 2021 die Champions League gewann. „Tuchels Besessenheit ist sein Erfolgsrezept“, sagte Havertz. „Er weiß alles über seine Spieler und die Gegner. Und als Spieler weißt du: Wenn du umsetzt, was er sagt, wirst du gewinnen. Egal, wie schräg es vielleicht klingt.“

Zwei Siege zum Titel – und zur Ritterwürde

Klappt es noch zweimal diese Woche, haben wir einen deutschen Kaiser in England. Tuchel könnte dann nicht nur den ersten WM-Titel für England seit 1966 holen, sondern auch persönlich geadelt werden. Die englische Presse feiert ihn bereits als „German Kaiser“. Ob Tuchel die Emotionen im Griff behält und sein Team zu Höchstleistungen führt, wird sich in den kommenden Spielen zeigen.

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