Der aus „Jurassic Park“ bekannte Schauspieler Sam Neill ist tot. Der Neuseeländer starb am Montag im Beisein seiner Familie in Sydney, wie seine Familie auf Instagram mitteilte. Ein Sprecher der Familie bestätigte den Tod gegenüber dem britischen Sender ITV. Neill wurde 78 Jahre alt.
Krebserkrankung und letzte Jahre
Im März 2023 hatte Neill öffentlich gemacht, dass er an Blutkrebs, genauer gesagt an einem angioimmunoblastischen T-Zell-Lymphom, erkrankt war. Damals sprach er von einer „aggressiven“ Form der Krankheit. Trotz intensiver Behandlung setzte er seine Arbeit fort und veröffentlichte 2023 seine Memoiren „Did I Ever Tell You This?“, in denen er über sein Leben und die Erkrankung schrieb.
Würdigung durch Politiker
Neuseelands Premierminister Christopher Luxon würdigte Neill auf der Plattform X als „einen der Großen“. Er schrieb: „Seine Werke werden noch lange nach uns gesehen und geliebt werden. Unsere Gedanken sind heute Abend bei seiner Familie und seinen Freunden. Ruhe in Frieden.“ Auch Australiens Premierminister Anthony Albanese äußerte sich auf X: „Sam Neill wird vielen Menschen fehlen und in Erinnerung bleiben.“
Karriere: Von „Jurassic Park“ bis „Das Piano“
Den internationalen Durchbruch erzielte Neill 1993 als Paläontologe Dr. Alan Grant in Steven Spielbergs Blockbuster „Jurassic Park“, basierend auf dem Bestseller von Michael Crichton. An der Seite von Laura Dern und Jeff Goldblum prägte er den Film. Jahrzehnte später kehrte er für „Jurassic World: Dominion“ (2022) in die Rolle zurück. Ebenfalls 1993 überzeugte der in Nordirland geborene und in Neuseeland aufgewachsene Schauspieler in Jane Campions preisgekröntem Drama „Das Piano“. Er spielte den Ehemann einer stummen Engländerin (Holly Hunter), die sich in ihren Nachbarn (Harvey Keitel) verliebt. Der Film gewann die Goldene Palme in Cannes und drei Oscars.
Weitere Filmrollen und Fernsehauftritte
Neill wirkte in über 80 Film- und Fernsehproduktionen mit, darunter „Die Bounty“ (1984) mit Mel Gibson, „Der schmale Grat“ (1998) und „Die Herrschaft der Schatten“ (2003). Im Fernsehen spielte er in Serien wie „Peaky Blinders“ und „The Crown“ mit. Seine Vielseitigkeit machte ihn zu einem der bekanntesten neuseeländischen Schauspieler.
Regisseur Trevorrow würdigt Neill
US-Regisseur Colin Trevorrow, der mit Neill „Jurassic World: Dominion“ drehte, sagte laut der britischen Nachrichtenagentur PA Press: „Sam Neill war ein zutiefst gefühlvoller und wunderbarer Mensch. Er war ein Freund und Weggefährte in einer herausfordernden Zeit, und seine Stärke gab uns allen Kraft.“ Trevorrow erinnerte sich an Neills ruhige Art, seine Liebe zum Wein und die souveräne Selbstsicherheit, die er seinen Figuren verlieh. „Es kommt nicht oft vor, dass man sich mit einer Legende anfreunden darf. Ich bin auf ewig dankbar.“
Privates und Vermächtnis
Sam Neill war zweimal verheiratet und hinterlässt zwei Kinder. Er lebte zuletzt in Neuseeland und Australien. Seine Familie bat um Privatsphäre. Neills Tod hinterlässt eine Lücke in der Filmwelt, doch seine Werke werden weiterleben.



