Tuchel-Kritik an England: Bellingham kontert – Kane beschwichtigt vor WM-Halbfinale
Tuchel-Kritik: Bellingham kontert – Kane beschwichtigt

Thomas Tuchel hat erneut für Schlagzeilen gesorgt: Nach dem 2:1-Sieg der englischen Nationalmannschaft gegen Norwegen im WM-Viertelfinale kritisierte der Bundestrainer die Leistung seiner Spieler öffentlich als „nachlässig“ und „fehlerhaft“. Sein Team habe mit Glück gewonnen. Diese Aussagen riefen umgehend Widerspruch von Superstar Jude Bellingham hervor, der sich in der Pressekonferenz trotzig zeigte: „Vielleicht weiß er nicht, wie es ist, unter solchen Bedingungen gegen Erling Haaland, Martin Ødegaard, Antonio Nusa und Alexander Sørloth zu spielen. Das ist keine Mannschaft, gegen die man leicht spielt.“ Bellingham hatte zuvor mit einem Doppelpack den Sieg gesichert.

Kane als Vermittler zwischen Trainer und Team

Englands Kapitän Harry Kane bemühte sich um Schadensbegrenzung. „Er versucht, das Beste aus uns herauszuholen, und wir wissen, dass wir noch ein Level besser spielen können. Wir haben das gegen Norwegen nur in Ansätzen gezeigt“, sagte der 32-Jährige. Auch Tuchel selbst ordnete seine Kritik auf der Pressekonferenz ein: „Aber in meinem Kopf bin ich auch immer Fußballtrainer. Ich habe Dinge gesehen, wo wir uns das Leben unnötig schwer gemacht haben.“ Beide Seiten betonten, die Situation nicht überzubewerten. Immerhin trifft England am Mittwoch (21 Uhr, ARD und MagentaTV) in Atlanta auf Argentinien. „Wir spielen gegen eines der besten Teams der Welt. Das Gute ist doch, dass wir in einem Halbfinale stehen und immer noch das Gefühl haben, wir können es noch besser“, so Kane.

Englische Presse gespalten über Tuchels Timing

Die Reaktionen der englischen Medien fielen gemischt aus. Während die „Daily Mail“ titelte „Warum Thomas Tuchel recht hatte, seine Spieler zu kritisieren“, stellten „The Athletic“ und „The Guardian“ den Zeitpunkt infrage. Der „Guardian“ forderte, dass sich die erhitzten Gemüter schnell wieder beruhigen müssten, damit die „Brüderlichkeit“ der Mannschaft „vor einem der intensivsten und emotionalsten Spiele seit Langem nicht auseinanderbricht“. Tuchel ist bekannt für seine ungeschönte Art – ein Kontrast zu seinem Vorgänger Gareth Southgate, der nach schwachen Leistungen meist diplomatischere Töne angeschlagen hätte.

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Tuchels Erfolgsbilanz: Mehr als nur laute Kritik

Trotz der öffentlichen Spannungen genießt Tuchel Rückhalt bei den Fans. Anfangs hatten sie noch „Thomas Tuchel, are we loud enough for you?“ gespottet, nachdem er die fehlende Lautstärke bei einem WM-Qualifikationsspiel gegen Wales kritisiert hatte. Mittlerweile singen sie „Football’s coming home again with Tommy Tuchel!“. Der 52-Jährige wurde genau für solche unbequemen Entscheidungen geholt, um das letzte Quäntchen aus dem Team herauszuholen – etwas, das Southgate in entscheidenden Momenten oft fehlte. Sein Ziel ist klar: Zum zweiten Mal nach 1960 den WM-Titel holen.

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