Völler dachte nach WM-Blamage an Rücktritt – und lobt Klopp
Völler dachte nach WM-Blamage an Rücktritt – und lobt Klopp

Rudi Völler (66) hat nach der enttäuschenden Weltmeisterschaft tatsächlich über seinen Rücktritt als DFB-Sportdirektor nachgedacht. Das gab er nun beim Internationalen Trainer-Kongress der BFDL (Bund Deutscher Fußball-Lehrer) in Mainz zu. Letztlich habe er sich aber für einen Verbleib entschieden, um den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Gleichzeitig äußerte er sich ausführlich zum neuen Bundestrainer Jürgen Klopp (59) und zu dessen Vorgänger Julian Nagelsmann (39).

Völler: Klopp kann Menschen mitreißen

Völler lobte Klopps Fähigkeit, Menschen zu begeistern, besonders in schwierigen Situationen. Das sei bei Nagelsmann zuletzt nicht mehr der Fall gewesen, so Völler: „Viele Menschen hier kennen Jürgen und wissen, dass er die Fähigkeit hat, Menschen mitzureißen. Spieler, seinen Trainerstab, Mitarbeiter und natürlich auch die Fans. Gerade in schwierigen Situationen hat er die Qualität, Menschen für sich zu gewinnen. Das war bei Julian Nagelsmann irgendwann schwieriger. Er hatte in den Medien und auch bei den Fans nicht mehr die Lobby, die er gebraucht hätte. Egal, welche Entscheidung er getroffen hat, sie wurde häufig negativ ausgelegt.“

Dennoch sei die Aufgabe des Bundestrainers eine andere als die eines Vereinstrainers. Völler erklärte: „Jürgen Klopp hat natürlich die Qualität, die Erfahrung und auch die Persönlichkeit, Dinge auszuprobieren und Veränderungen vorzunehmen. Dabei muss man natürlich immer auch das Ergebnis im Blick behalten.“ Völler kündigte an, Klopp nicht ständig zu betreuen: „Ich werde Jürgen sicherlich nicht so betreuen oder begleiten, wie ich es vielleicht bei anderen Trainern gemacht habe. Das ist auch gar nicht nötig.“

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Völler verteidigt Nagelsmann gegen scharfe Kritik

Der DFB-Sportdirektor nahm seinen ehemaligen Trainer in Schutz. „Ich fand die Kritik von vielen Experten teilweise ungerecht und oft zu hart. Bei Julian wurde irgendwann fast jede Entscheidung grundsätzlich negativ bewertet.“ Nagelsmann sei zu Unrecht zum Sündenbock gemacht worden.

Völler selbst haderte nach dem WM-Aus mit seiner Zukunft. „Natürlich habe ich darüber nachgedacht, aufzuhören. Aber ich habe mir die Frage gestellt, ob es wirklich Sinn ergibt, jetzt alles hinzuwerfen.“ Nach den vergangenen dreieinhalb Jahren sei klar gewesen, dass er den eingeschlagenen Weg weiter begleiten möchte. Nun beginne mit Klopp eine neue Ära.

Ausblick auf die Zukunft der Nationalmannschaft

Mit Jürgen Klopp soll die DFB-Elf wieder zu einem Titelkandidaten werden. Völler zeigte sich zuversichtlich: „Jürgen ist erfahren genug und weiß genau, was auf ihn zukommt.“ Die Zusammenarbeit zwischen Völler und Klopp werde von Vertrauen geprägt sein. Die Fans dürfen gespannt sein, wie die neue Ära verläuft.

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