Berti Vogts fordert einfacheren Zugang zum Trainerjob für Ex-Nationalspieler
Vogts: Trainerjobs für Ex-Nationalspieler vereinfachen

Der frühere Bundestrainer Berti Vogts hat in einer Kolumne für die „Rheinische Post“ eine Reform der Trainerausbildung im deutschen Fußball gefordert. Der 79-jährige Weltmeister von 1974 und Europameister von 1996 als Trainer sieht den deutschen Fußball weit von der Weltspitze entfernt und macht dafür auch die Qualität der Trainer verantwortlich.

Vogts: „Unser Fußball ist weit entfernt von der Weltklasse“

„Ich frage mich: Wo steht unser Fußball? Ich muss zugeben: Er ist leider weit entfernt von der Weltklasse. Das hat ursächlich auch mit der Qualität der Trainer zu tun“, schrieb Vogts. Er schlägt vor, den Zugang zum Trainerjob für gestandene Nationalspieler zu vereinfachen, um mehr Ex-Profis für den Trainerberuf zu gewinnen. Bereits Anfang der 2000er-Jahre hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) einen speziellen Lehrgang für ehemalige Nationalspieler eingerichtet, an dem unter anderem der spätere Bundestrainer Jürgen Klinsmann teilnahm.

Argentinien als Vorbild: „Eine frühere deutsche Mannschaft“

Vogts zeigt sich begeistert von der argentinischen Nationalmannschaft, die am Mittwoch im Halbfinale der Weltmeisterschaft auf England trifft. „Wenn ich mir die Argentinier anschaue, meine ich fast eine deutsche Mannschaft zu sehen - eine frühere deutsche Mannschaft“, sagte Vogts. Besonders beeindruckt ihn der Kampfgeist der Argentinier: „Da wird selbst in aussichtslosen Situationen nicht aufgegeben, im Gegenteil. Wie der 0:2-Rückstand gegen Ägypten noch gedreht wurde - Bravo!“ Er betont, dass nicht nur Superstar Lionel Messi glänze, sondern die gesamte Mannschaft als Team funktioniere.

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Lob für Thomas Tuchel

Vogts zollt auch Thomas Tuchel Respekt, der als Deutscher den Trainerposten bei der englischen Nationalmannschaft übernommen hat. „Es gehört einiger Mut dazu, als Deutscher den Trainerjob beim englischen Nationalteam zu übernehmen. Da wird es Widerstände und böse Worte geben, die englischen Medien sind ja nicht zimperlich“, so Vogts. Er lobt Tuchels kritische Analyse nach dem Sieg gegen Norwegen: „Mir gefällt, wie Tuchel nach dem Sieg gegen Norwegen den Finger in die Wunde gelegt und kritisch geblieben ist.“

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