Luca Bendel ist beim Halleschen FC überraschend zur neuen Nummer eins im Tor aufgestiegen. Der 22-jährige Schlussmann, der vom Verein eigentlich zum Abschied gedrängt wurde, erhielt zum Ligastart in Greifswald den Vorzug vor Moritz Schulze. Trainer Robert Schröder setzte damit ein klares Zeichen. Bendel selbst zeigte sich von der Entscheidung überrascht: „Das hat mich schon ein bisschen überrascht, weil es nach der letzten Saison eher nicht danach aussah.“
Unerwartete Wende nach schwieriger Vorbereitung
Noch im Frühjahr hatte Ex-Sportchef Daniel Meyer offen kommuniziert, dass man Bendel die Rolle als Stammkeeper nicht zutraue. Der gebürtige Thüringer erhielt daraufhin die Freigabe, sich nach einem anderen Klub umzusehen. Bendel stand kurz vor dem Absprung: „Es gab ein paar lauwarme Sachen und ich war für alles offen“, erklärte er gegenüber BILD. „Aber es war dann für mich nichts Überzeugendes dabei. Und mit dem Beginn der Vorbereitung war für mich klar, dass ich mich hier der Herausforderung stelle.“
Entscheidung des Trainers trotz durchwachsener Leistung
Bendels Auftritt beim 2:2-Unentschieden in Greifswald war nicht vollends überzeugend. Dennoch scheint der Keeper vorerst gesetzt. „Das hat mit der Entwicklung der letzten Wochen in der Vorbereitung zu tun, wo ich zunehmend das Gefühl bekommen habe, dass es so kommen kann“, so Bendel. Der junge Torwart muss nun beweisen, dass die Wahl des Trainers die richtige war.
Mitgefühl für den Konkurrenten
Trotz des sportlichen Konkurrenzkampfs zeigt Bendel Mitgefühl für Moritz Schulze. „Für ihn ist das nicht leicht, ich kenne es ja aus eigener Erfahrung. Das ist für den Kopf schon schwer. Aber man muss das Sportliche und Menschliche trennen. Schulle und ich kennen uns schon länger und verstehen uns abseits des Platzes super. Er hat mich auch direkt unterstützt als die Entscheidung gefallen ist und das rechne ich ihm hoch an“, sagte Bendel. Die menschliche Komponente bleibt beim Halleschen FC also auch in harten Konkurrenzsituationen gewahrt.



