Erstmals seit sieben Jahren schwarze Zahlen
Die Deutsche Bahn hat im ersten Halbjahr 2026 einen Gewinn von 147 Millionen Euro erwirtschaftet. Damit schreibt der Konzern erstmals seit sieben Jahren wieder schwarze Zahlen. Im ersten Halbjahr 2025 hatte die Bahn noch einen Verlust von 760 Millionen Euro eingefahren. Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich um 650 Millionen Euro auf 415 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.
Gründe für die Trendwende
Bahn-Chefin Evelyn Palla führte den Erfolg auf den begonnenen Konzernumbau zurück. Dieser sieht unter anderem Kostensenkungen und Personalabbau in der Konzernleitung sowie bei internen Dienstleistern vor. Zudem soll die Bahn dezentraler aufgestellt werden: Mehr Verantwortung soll in die Fläche verlagert werden, die örtlichen Zuständigen werden künftig klarer an ihren Zahlen gemessen. „Alle Geschäftsfelder der DB haben ihr operatives Ergebnis im ersten Halbjahr 2026 stabil positiv gehalten oder verbessert“, teilte die Bahn mit. Gleichzeitig seien die Investitionen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kräftig gestiegen.
Herausforderungen bleiben bestehen
Trotz des Gewinns kämpft die Bahn weiterhin mit unpünktlichen Zügen und einer maroden Infrastruktur. Nur 59 Prozent der Fernverkehrszüge kamen im ersten Halbjahr mit weniger als sechs Minuten Verspätung ans Ziel, 76 Prozent mit weniger als 15 Minuten. Im Regionalverkehr lag die Quote bei 88,2 Prozent (weniger als sechs Minuten). Die Bahn führte die schlechten Pünktlichkeitswerte unter anderem auf den Wintereinbruch im Januar und Februar sowie die Hitzewelle im Juni zurück. Das Jahr 2026 hat die Bahn als „Superbaujahr“ bezeichnet: Allein im ersten Halbjahr seien 14.000 Baustellen fertiggestellt worden.
Zufriedenheit mit Vorbehalt
Palla zeigte sich in einer Mitteilung erfreut über die positive Entwicklung, schränkte jedoch ein: Sie sei erst zufrieden, „wenn auch die Qualität im täglichen Eisenbahnverkehr überzeugt“. Der Konzernumbau soll dazu beitragen, langfristig die Effizienz zu steigern und die Kundenzufriedenheit zu verbessern. Mit dem Konkurrenten FlixTrain bleibt die Bahn zudem unter Druck, Marktanteile zu halten.



