Wimbledon-Finale: Petkovic analysiert Zverevs Spielveränderungen
Wimbledon-Finale: Petkovic analysiert Zverevs Spiel

Alexander Zverev steht vor seinem ersten Wimbledon-Finale. Der 29-jährige Deutsche trifft am heutigen Sonntag um 17:00 Uhr auf den Titelverteidiger und Weltranglisten-Ersten Jannik Sinner aus Italien. Die Partie wird auf Prime Video übertragen. Die bisherige Bilanz gegen Sinner spricht eine deutliche Sprache: Neun Niederlagen in Folge, davon sechs ohne Satzgewinn. Doch die Vorzeichen haben sich geändert. Zverev ist nach seinem French-Open-Sieg mit gestärktem Selbstbewusstsein angetreten und hat sein Spiel offensiver ausgerichtet.

Andrea Petkovic analysiert Zverevs Aufschlag

Die frühere Top-Ten-Spielerin Andrea Petkovic, die als Expertin für Prime Video arbeitet, hat die Veränderungen im Spiel des Hamburger genau beobachtet. Beim Aufschlag habe Zverev in den vergangenen zwei Jahren zwar eine hohe Quote erster Aufschläge gehabt, aber oft mitten ins Feld serviert. „Für die guten Returnierer ist es dann mitten im Schläger“, sagte Petkovic. „Dieses Jahr ist er deutlich näher an die Linien herangekommen.“ Diese Präzision mache seinen ohnehin wuchtigen Aufschlag noch gefährlicher.

Spieleröffnung und Vorhand: Mehr Aggressivität

Besonders auf Rasen, wo kurze Ballwechsel dominieren, sei der erste Schlag nach dem Aufschlag entscheidend. „Dieses Jahr spielt Zverev den ersten Ball aggressiver und schlägt ihn häufiger früher im Feld“, erklärte Petkovic. Früher habe er auch nach einem guten Aufschlag oft hinter der Grundlinie geschlagen und so nicht den gleichen Druck erzeugen können.

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US-Profi Taylor Fritz, der im Viertelfinale gegen Zverev verlor, bezeichnete dessen Vorhand als so stark wie nie. Petkovic erläuterte die technische Änderung: „Zverev schwingt jetzt den Arm deutlich mehr nach vorn durch, dadurch geht der Körper nach vorn, das führt zu mehr Geschwindigkeit.“ Zuvor habe er den Arm eher hochgerissen, was zu extrem viel Rotation, aber weniger Tempo geführt habe. „Und der Ball ist häufig, wenn er ein bisschen nervös war, kurz gelandet“, so Petkovic.

Return und Rückhand: Neue Taktik

Auch beim Return hat Zverev seine Position verändert. Er steht jetzt weiter vorn, näher an der Linie. „Dadurch ist er direkt näher an der Linie beim nächsten Ball“, sagte Petkovic. Je weiter vorn man stehe, desto mehr könne man den Gegner unter Druck setzen.

Die Rückhand war schon immer Zverevs Stärke. Mit dem gewachsenen Selbstvertrauen sei er mit diesem Schlag noch gefährlicher geworden, erklärte Petkovic. Er traue sich jetzt öfter, die Rückhand longline einzusetzen, also häufiger die Linie entlang zu spielen, anstatt viele Bälle nacheinander cross zu schlagen. „Dadurch, dass er jetzt longline spielt, ist es ein komplett anderes Spiel.“

Ob diese taktischen und technischen Anpassungen ausreichen, um die Negativserie gegen Sinner zu brechen und den ersten Wimbledon-Titel zu gewinnen, wird sich am Nachmittag zeigen.

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